36 Fähre.
Abfahrt her. Alsdenn sollen die wenigen Pferde, wel-che vor dem Wagen haben stehen bleiben können, dieganze Last bergan ziehen; bekommen diese zu viel Peit-schenhiebe, so werden sie toll, schlagen und beißen umsich herum, und verwickeln das Geschirr; alles gerarhin Unordnung und Lebensgefahr. Diesem kann vor-gebeuget werden, wenn die Ein - und Abfahrt kaummerklich sich gegen den Strohm zu senken, und auch einGeländer haben.
Anfänglich gab man den Fähren die Gestalt einesviereckigen Kastens, dessen Hinter- und Vorderwändeschräger und niedriger waren, als die Seiteowände, umKutschen und Lastwagen mit einiger Gemächlichkeit hin-ein und heraus zu fahren. Hierauf ward man inne, daßdergleichen Kaste» sich nicht gut wenden ließen, keinengemessenen Strich in der Fahrt hielten, und ohne Un-terlaß bald rechts bald links wichen; daher gab man denSeitenwanden eine Schmiegung gegen den Vorder-und Hintertheil, so, daß sie in der Mitten am breite-sten waren, und eine schiffmaßige Gestalt erhielten. In-dessen haben fast alle Fähren einen noch viel zu niedri-gen Bord, als daß man bey jeder Witterung sich mitPferden und Wagen ohne Gefahr ihnen anvertrauenkönnte. Der Fährbaumeister ist zufrieden ,ein Gefäß zuStande gebracht zu haben, welches bey ruhigen Win-den vermögend ist, feine Befrachtung zu kragen ohnezu sinken. Er bedenkt aber nicht, daß Beyspiele inMenge vorhanden sind, wo die durch das Getöse an-schlagender Wellen, durch das Rufen der Bothsleuteund das Herumfahren der Bochshaken scheu gemachten- Pferde, über Bord gesprungen, und das Fahrzeug, mitallem, was darauf befindlich gewesen, zu Grunde gestür-zet haben. Wenn auch auf diesem oder jenem Strohmeder gewöhnliche Wellenschlag keinen höhern Bord erfor-dert, so sollte doch die Fähre mit einem Geländer auf.allen Seiten versehen seyn, daß unbändig gewordene
Thiere