Band 
Zwölfter Theil, von Fa bis Fet.
Seite
54
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54 Färben.

Schönfärbern, und haben auch nichts Jnnungsmößi.ges, sondern sie sind ganz freye Künstler.

Hieraus kann man nunmehr den Ursprung und denUnterschied der drey Sorten unserer eigentlichen Färberdeutlich erkennen, und zugleich sehen, daß diejenigenirren, welche den Unterschied derselben in der Küpe über«haupk suchen, oder die Marge dafür angeben, als wes«wegen auch die Schwarzfalber fönst Mangeler, imglei«chen Blaufärber, genennet worden. Sie haben alledrey Küpen, nur daß die Zu - und Einrichtung derfel«hen unterschieden ist. Die beyden ersten haben nun«mehr auch alle beyde Mangen. Nur die Arbeit, dasFarbezeug, die zu färbenden Sachen, das Zunftwesen,und die mehrere und wenigere Kunstmäßigkeit, unter«scheiden sie.

In Ansehung des Zunftwesens ober muß man obigedrey Arten der eigentlichen Färber in Deutschland fol«gendergestalt unterscheiden, i) Sind die bloßen undfür sich zünftigen Schwarzfärber. 2 ) Diejenige«Schwarzfärber, welche sich zugleich auf die Schönfär«berey geleget haben, und daher mit den insbesondere sogenannten Schönfärbern in einer Zunft stehen. 3) Dienur die Schwarzfärberey gelernt haben und auch wirk«lich treiben, gleichwohl aber mir den Schönfärbern ineiner Zunft stehen. 4) Die Waid - und Schönfärber,welche die eigentliche Schönfärberey allein treiben, undmit den Schwarzsärbern in einerJnnung sind. 5) Die«jenigen Schönfärber, die ihre eigene Zunft haben.6) Die unzünftigen Schönfärber hin und wieder, welcheentweder privilegirke Schönfärber haben, oder nur fürsich schlechthin die Sache als eine Kunst treiben, oder in«iner Manufactur dienen. Und endlich 7) die ganzfreyen Künstler, nähmlich die Seidenfärber.

Die Menschen haben nicht so bald Zeuge oder Gewebe vonWolle, Leinen oder Seide zu ihrer Bekleidung machen gelernt,als sie vermuthlich auch daraus gefallen sind, diesen Zeugen al-lerley