142 Falk.
setzt man ihn, nachdem man ihn vorher etliche Stun-den getragen, verkappt wieder auf die Stange.
Mancher hartnäckige Vogel sitzt wohl 4 bis 5 Tage,ehe er auf der Faust zu kröpfen sich getrauet; deshalbmuß man ihn den Tag über fleißig tragen, damit erdessen gewohnt werde, und ihm was besonderes hinzuwerfen. Daß er von selbst kröpfen sollte, taugt nicht,es sey denn, daß er übermäßig hartnäckig wäre, undman befürchtete, er möchte gar zu schwach werden , daman ihm denn wohl, nachdem man ihn in einer Kam«mer auf der Erde angefesselt, etwas hingeben kann.Wenn er auf der Hand zu fressen gewohnt ist, so darfman ihm alle Tage nur einmahl, Tauben oder Rind«Fleisch das nicht fett ist, oder vom Herzen des Viehes,welches auch jederzeit sein Fraß ist, geben. Will manihn noch sparsamer behandeln, so schießt man Krähen,und gibt ihm die Brüste und das derbe davon zu fressen.
Wenn nunmehr der Falk in etlichen Tagen ruhigauf der Faust fressen gelernt hat, fängt man alsdennan, ihn abzutragen oder abzurichten. Man fetzt ihn,wenn man ihn von der Stange auf die Faust genom«- men und abgekappet, auch vorher ein Par Stundengetragen hat, in einer Kammer auf eine Stuhl-Lehne,behalt aber den Langfessel an den Handschuh gebunden,nimmt dasjenige, womit man ihn ätzen will, in dieFaust und auf den Handschuh, ruft ihm zu, und hältihm den Fraß vor, so, daß er nur vom Stuhle auf dieFaust und zu seinem Fraße springen darf, gibt es ihmaber anders nicht, als daß er sich bemühen muß, dar«auf zu springen. Thut er dieses, so tritt man den an-dern Tag, nachdem man ihn vorher getragen hak, wie-der weiter von ihm, wenn er fressen soll, daß er schonfliegen muß. Hat er sich nun ein Par Tage auch hier-zu bequemet, daß er allemahl nach der Faust flieget,aufsetzet und frißt, ziehet man ihm gemächlich den Fraßweg, setzt ihn wieder hin, und läßt ihn jederzeit etwas
nehmen