148 Falke.
An statt zu sprechen, man habe den Falken losgelaßen,muß man sagen, man habe ihn geworfen. Der Falkblockt, oder hat geblockt, sagt man, wenn er sich,nachdem er ein Rcpphuhn aufgetrieben, nach seinem Vor«theil auf einen Baum oder Busch sehet. Ludern heißt,den Falken mit Schwingung des Luders, Federspielsoder Handschuhes zu sich locken. Rufe», nennet man,wenn man ihn mit dem Zieher und der Stimme alleinauf die Hand bringt, wie man bey den Habichten zuthun pflegt.
Die deutschen Falkeniere geben auch den Theilen desLeibes dieser Vogel kunstmaßige Benennungen, da ihreFüße Hände, die Zeen Finger- und die Flügel Schwin-gen heißen. Der Falk hat viererley Federn. Die Fe-dern, welche dem Vogel auf der Haut liegen, heißenFlaumfedern; die Flügelfedern zusammen Wammen;die erste kurze und äußerste, wird die Schwingfeder, diezweyte die lange penn, die dritte die vorlange penn,und die andern insgemein pennen genannt, deren ioin einem Flügel gefunden werden. Es werden auchdie 12 Schwanzfedern pennen genannt, die mittelsteaber, als die igte, heißt die Decke, weil sie über dievon beyden Seiten hergehenden liegt, und sie decket,da sie zusammenstoßen.
Was in Absicht auf den Falkenfang Rechtens sey,stehe unter Raubvogel.
Die Falkenfcdern, welche aus Norden, und son-derlich aus dem schwedischen und dänischen Lapplandegebracht werden, sind eine Art sehr feiner, leichter undwarmer Federn, und eigentlich nichts anders, als die-jenigen Flaumfedern, welche man den Falken, und in-sonderheit den so genannten Gerfalken, die in Islandund Norwegen gefangen werden, an dem Halse, Bau-che und unter den Flügeln ausrupfet . Man verkauftdieselben nach dem Gewichte, und kostet das Pfund da-von auf der Stelle gemeiniglich 6 bjs 7 Livres, nach
dem