464 Feige.
-je letzter« insbesondere trockne Zyprische Feigen, L.
' Carieae de Cypro , genennek. -
Bey dem Einkauf der Feigen, muß man dahinsehen, daß sie groß, trocken von Ansehen, saftig im Es-sen , und nicht weiß angelaufen oder beschlagen seyn,welches etliche Leute aus Unwissenheit für gür halten,und solche Feigen verzuckert nennen.
Ihr Verkauf geschieht in Italien nach dem Stehr, undnicht nach dem Centncr ; zu Amsterdam und Hamburg aberwerden sieznUßcheaoder Körben «erkaufet, und gelten iooPfund Feigen in Fäßchen zu Amsterdam gemeiniglich 7 bis 9,in Körben aber 8 bis 9 Gulden, Ahara ist bey den Faßseige»iQ pro Cent, bey den Korbfeiqen hingegen 4 Pfund für denKorb Courtage für gut Gewicht, ist allemahl 2 pro Ceut, lindfür bareBezahlung eben so viel.' Bey uns verkaufen fik die Ma-terialisten Psundweife, und in den Apotheken gebrauchet mansie häufig zu allerhand Arzeneyen, -insonderheit unter die Spe-cies juAiänfen.
Die kköcknen Feigen sind bey den Brustr und Lun«genbefchwerden, dem kurzen Athem und dem Husten zu«iräglich; sie eröffnen, vermittelst ihres HoniglasieS,den Leib, führen die dicken zähen Feuchtigkeiten aus derBrust ab, befteyen die Nieren vom GrieS, und linderndie Schmerzen der Blase. Es gebrauchen sie auch dieWeiber kurz vor der Entbindung, geröstet, weil sie dieGeburt erleichtern sollen. Die Aerzte gebrauchen dasmit Feigen abgekochte Wasser, um den Ausschlag derHaut und den Schweiß auszutreiben, bey Blattern undMasern, wie auch in der Bleykolik. Galen halt siefür ein mächtiges Gegengift, und Mlthridares bereiteteaus ihnen seinen Mtchrivak, indem er mit ein wenigSalz zwo trockne Feigen, zwo trockne Wallnüsse ünd20 Rautenblätker unter einander, rieb. Die Feigen wer«den auch, an statt eines Stuhlzäpfchens, umgekehrt. den Kindbetterinnen beygebracht. Brandwein übekFeigen angezündet, ist für den falten Husten ein be-kanntes Hausmittel. Mich oder Wasser mtt Feige»