54o Fell.
Fell (*), §. Fellis, Fr. Peau. I. Ueberhaupt alles, waseiner Sache zur Decke dienet, womit sie bedecket ist; ittwelchem nunmehr veralteten Verstände, ehedem ver«fchiedene, besonders kostbare Arten von Kleidern, z.B»purpurne Kleider, Phelle genannt wurden.
Im Dithmarsischcn ist Peel noch jetzt ein kostbarer Happt«Zierrath der Weiber. Auch bey den schwäbischen Dichtern istPf'ciiot, und im Schwedisch. Pell eine Art kostbaren seidenenZeuges.
2. Im engern und noch seht üblichen Verstände be»zeichnet dieses Wort die natürliche Decke der Thiere, dieHaut, und zwar
1) In der weitesten Bedeutung, in welcher eSNur in der niedrigen Sprechart gebraucht wird. Ei-nem das Fell garben. Ihm das Fell über die Oh-ren ziehen. Es steckt zwischen Fell und Fleisch.
2) Gemeiniglich aber wird es mit einigen Ein«sthrankungen gebraucht, (s) Haute von Thieren, wel«che noch mit ihren Haaren , und Häute von Vögeln,welche noch mit Federn versehen sind, werden im geM.Leben Felle genannt. So sagt man: ein Hasen Ralb-Lamm - Schwanen - Seehund-Tiger - Wolfs - Feilu. s. f. Hingegen nennen die Jager und Kürschnerbloß die kleinen Thierdecken, welche nicht abgestreifet,sondern abgeschnitten werben, Felle, zum Unterschiede
vor«
(') Dieses Wort lautet schon bey dem Ottsried Fell, im Nieders.und Schweb, gleichfalls! Fell, im Angels. kelle, im Engl. k«"und pelr. im £at. Pellis und Vellus, bey demUlphilao kill-So alt diests Wort auch ist, so scheint es doch seyr wahr«scheinlich von einem alten Ieiiworte feien abzustammen, werches sowohl active bedecken, als auch in der Mittelgattung bttdeckt, verborgen, seyn, bedeutete, und wovon noch viele Sxr<uehe» Ueberbleibsel auszuweisen haben. Dahin gehiien da»Schweb, fela, das Nordcngl. feal, das Goth. filhan, das!er-velare und das Hebe. hals, bedecken, das Griech. vkv
borgen seyn, nebst dem davon abgeleiteten <p«*A«s, die Bauw«Rinde, veium, pailium, palla u. s, f. Siehe auch FiliertFlies, Lafiller, pelz, Wolle.