Band 
Zwölfter Theil, von Fa bis Fet.
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587
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Fenster. 587

fallen und Oehlkarbe genommen wird, solche, insonder-heit bey dem Froste, sich abblättert. Uebrigens sucheMan alte ausgetrocknete Fenster, so lange als möglich,beyzubehalten, weil die neuen erst nach etlichen Jahrenwillig auf- und zugehen. Es sind daher aufgesprunge-ne oder wurmstichige Flecke mit einem wohl durchgear-beiteten Kitt, zu weichem z Loth Silberglätte zu i Pfundfeinem Bleyweiß, auch Leinöhl genommen wird, er-forderlichenfalls öfter und zu wiederhohlten mahlen zubestreichen und zuzufallen, wodurch die Rahmen aufeinige Jahre langer genutzt werden können. Diepaille-Farbe ist auch wohlfeil, zu welcher auf i Pfund fei-nem Bleyweiß, g Loch Silderglätte, i Loth Oker undLeinöhl statt des Firnisses gebraucht werden; denn dasLeinöhl pflegt, wenn das letzte mahl mit dünner Farbebestrichen wird, so viel Glanz zu hinterlaßen, als derFirniß.

Wenn das Anstreichen nut «vehlsirrbe an der Sonneoder auch in warmen Stuben geschiehet, rieht sich die Farbe4 Zoll und drüber in das Höh, welches sonst aus keine Weisebewirket werden kann; doch müssen dergleichen angestricheneSachen hernach bald an die Luft gebracht werden.

Zu dem Fensterbeschlöge, gehören Haspen, vor-reiber, Wirbel, Reneln, gebogene und geschweißteWinkelhaken oder Winkelbänder, welche theils Schlös-ser- theils Schmiedearbeit sind, und wovon unter die-sen Artikeln gehandelt wird.

Die Fenster der Hebräer waren nicht aus Glase,sondern aus Bretern, welche der Sonne entgegen stun-den, die Lust aber durchließen.

Das Glas war ehemahls, wie ich an seinem Orte zeige«werde, von so großem Werthe, daß auch der älteste unter denSchriftstellern, der Verfasser von der Geschichte des Hiob-,welcher nicht lange nach der Trfindung des Glases gelebt ha«ben kann, dessen mit den Edelsteinen und dem Golde zugleicherwähnet. Bey dem so hohen Werthe des Glases, wäre e§daher allzu schädlich gewesen/ die Fenster mit zerbrechlichemGlase zu verschließen; wie denn auch keiner von den griechischen

und