Band 
Zwölfter Theil, von Fa bis Fet.
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6z6 Fest-und Feyrr-Tag.

LandeSpolizey ein, daß noch andere Gründe vorhandenwaren, welche Feyertage, und zwar hohe, aus mehrals Einem Tage bestehende Feste nothwendig machten.Wir wollen diese Gründe in möglichster Kurze erörtern.

Es ist nöthig, daß gewisse Tage seyn, an welchensich da« Volk erquicken, und von seiner Arbeit erhöhtenund ausruhen könne. Eine ununterbrochene Arbeit»samkeit übersteigt gleichsam die Kräfte der menschlichenNatur, besonders in sauern oder mühseligen Arbeiten;und wenn ste möglich wäre, sp würde sie der Arbeit»samkeit selbst nicht beförderlich seyn. Ohne alle Er»guickungStage würde man die Arbeit viel träger und un«fleißiger verrichten. Eine beständig anhaltende Arbeit-samkeit, besonder« bey sitzenden Lebensarten, würde auchder Gesundheit der Menschen nicht zuträglich seyn. Die-se Gründe haben den Menschen zu allen Zeiten so starkin die Augen geleuchtet, daß auch die bardanschten undunwissendsten Völker, bey welchen man gar keine Spuhrvon einem Gottesdienste gefunden hat, dennoch ihreFeste gehabt haben. Diese Feste, als Auöruhungs-und ErquickungStage, können nicht sämmtlich nur ineinem einzigen Tage bestehen. Die Menschen habenzuweilen einer längrrn Erhohlung nöthig. Sie wollenzuweilen auch ihre abwesende Anverwandte, Freundeund Bekannte besuchen, und sich mit ihnen ergehen,wozu Ein Tag schwerlich zureichend ist. Wollte- niansagen, daß dieses zu allen Zeiten ohne hohe Festtage-ge-schehen könnte: so bedenket man nicht, daß sie ihrenFreunden und Bekannten gemeiniglich zur ungelegenenZeit kommen würden. Ihre Arbeit würde nicht zulas-sen, daß sie sich mit ihren Gasten vergnügen könnten;diese Gäste würden ihnen vielmehr beschwerlich seyh«Es sind demnach Feste von mehrern Tagen nöthig, dieallgemein zu einer länger« Ausruhung und Vergnü-gung bestimmt sind. Auch solche Feste findet man bey«llen Völker« ohne Unterschied; und die Weisheit -des

große«