Band 
Zwölfter Theil, von Fa bis Fet.
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668 Fett.

einanderhaltung deö Fettes von Kalbfleisch und Rind-fleisch erhellet. Ersteres gibt bey vem Kochen rt »ar-tes Oehl, welches sich noch ziemlich mit der Brühe ver-einiget ; das letztere gerinnt weit schneller an der kühlenLuft, und verwandelt sich in einen zähen Talg, wel-cher viele erdige und kleberige Theile in sich hälk. DreyDinge sind es hauptsächlich, welche man in dem Urthei-le über die Wirkung fetter Speisen in dein mensch-lichen Börper vor Augen haben mutz; nähmlich:j) die erweichende und schlaffmachende Eigenschaft veSFet6s; 2) seine Unfähtgken, sich mit wässerkgen Thei-len zu vermischen und darin aufzulösen; und 3) feinegroße Neigung zur Schärfe und Fäulniß in der Wär-me. Nach diesen Eigenschaften hak auch der berühmteHr. D. Unzer die Wirkungen fetter Speisen so gründ-lich beurtheilet, daß ich meine Leser nicht b s -r, olSmit seinen eigenen Worten darüber unterrichtet» zu kön-nen glaube.

Alles wohl überlegt, schreibt gedachter Arzt: so kommtfür die fetten chierischen Speisen ein Urtheil heraus, das ihnennicht vorthellhast ist. Das Fett ist noch unverdaulicher, als dieGallerte. Da es sich mit der Fleischbrühe nicht vermischet, nochvon ihr aufgelöset wird, weil wir sehen, daß es alleseit aus denSuppen oben aufschwimmt, und da doch gleichwohl die Brü-hen der nahrhafteste Theil der thierischen Speisen sind: so folgthieraus unwidersprechlich, baß sich das Oehl von fetten thieri-schen Speisen nicht von selbst mit demNahrungssafte vermische,der durch die Verdauung aus andern Speisen herausgearbeitet,und dem Körper ;ur Nahrung zugeführet wird. Wir würdenvon Fett und Oehl überhaupt nicht die geringste Nahrung ha-ben, und müßten also dergleichen Speisen schlechterdings mei-den, wenn nicht die gütige Natur ein künstliches Mittel erfun-den hätte, uns diese Speisen einigermaßen nahrhaft und un-schädlich <u machen- Man weiß, daß die Seife ein Mittel ist,wodurch sich schlichte „nd wässerige Theile mit einander ver-binden laßen. Die Natur braucht auch eine solche Seife, umdie fetten Theile der Speisen in unserm Magen mit der Brühe