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Glied, in der Baukunst.
Die Tafel, Plinthus, Jtal. Socco, Plinto, Fr»Plinthe , Holl. Tav e l, ist das unterste viereckige Gliedan den Säulenfüßen; von ein Ziegel, weil esdiesem einiger Maßen gleichet.
Die Zusammensetzung der Gesimse aus denverschiedenen Gliedern i>i in der Baukunst nicht sogenau bestimmt, daß nicht bald jeder Baumeister dar»in seinem eigenen Geschmacke folgen sollte. Man be-greift aber leicht, daß eine geschickte Vermischung klei-ner und großer, platter und gebogener Glieder dasWerk des guten Geschmackes sey. Die Hauptsachekommt auf zwey Puncte an: darauf, daß die Mengeder Glieder das Auge nicht verwirre, und daß in derOrdnung derselben, so wohl in Ansehung der Form,als der Größe, eine gefällige Abwechselung beobachtetwerde. Zwey Glieder von einerley Art, oder von einer-ley Größe, müssen nistet unmittelbar über einander lie-gen; und das Ganze, was aus der Zusammensehungder Glieder entsteht, muß sich einiger Maßen gruppi-ren. Man sollte kaum denken, wie sehr viel eine guteZusammensehung der Glieder zur Schönheit eines Ge-bäudes beyträgt; es ist aber kaum etwas, woraus dergute oder schlechte Geschmack des Baumeisters schnel-ler zu erkennen ist, als dieses.
In den antiken Gebäuden der besten Zeit sind alleGlieder glatt, aber mit äußerstem Fleiße und der größ-ten Nettigkeit gemacht. In den spätern Zeiten hinge-gen sind die ausgebogenenGlieder häufig mitLaub- undandern! Schnihwerk verzieret. Dieses scheint, wenig-stens an Außenseiten großer Gebäude, höchst unschick-lich, weil man da, um das Gebäude im Ganzen zuübersehen, nie so nahe heran treten kann, daß solchesSchnihwerk in die Augen fallen könnte.
Die Verzierungen der Glieder sind theils unbe-stimmte, theils bestimnrte. Jene verfertiget man nach
Be-