> Glocke. 10t
Aiocktn oben ja durchbohren, um, wie sie sich einbilden, denSchall zu verstärken.
Anfangs dienten die Glocken bloß dazu, durch ih-ren Schall die Zeit des Gottesdienstes anzukündigen,wovon weiter unten, wo ich von dem Gebrauche desGeläutes der Glocken handle, sprechen werde. Inden folgenden Zeiten aber mischte sich der AberglaubeMit ein, und man fing an, sie durch eine Kewisse Weiheoder Einsegnung zu heiligen, welches die Glocken-Taufe oder Glockenweihe genannt wird. Der Ur«Heber dieses abergläubischen Gebrauches, soll der PapstJohann der XIV. seyn, welcher im J. 968, als er ausCampanien, dahin er vor seinen Feinden in Rom hattefiüchten müssen, durch Hülfe.des Herzogs von Capuadahin zurück kam, die neue Glocke der Laterankircheweihte und taufte, und nach seinem eigenen NahmenJohannes nannte. Allein, daß solcher Gebrauch äl-ter sey, läßt sich daher schließen, daß Carl der Große,an dem die Clerisey einen großen Wohlthäter, aberauch scharfen Aufseher hatte, schon die Glockentaufeverbothen hat, nachdem in die Kirchen-Agenden eini-ger Orte auch eine Formel, unter der Rubrik: Ad Si-gnum eccksiae benedicerdum , eittgeschlichen war, daßMan nähmlich in das Wasser, womit die Glocken ge-tauft werden sollten, drey Mahl eintauchen und spre-chen sollte: Benedic Dotnine hanc aquam benedistionec alesti &c. Es scheint, als wenn es in diesem 8 undSten Jahrhundert bloß bey dem Waschen der Glockemit Weihwasser geblieben, und die übrigen Ceremonien^er Oehlung und Benahmung noch nicht dabey ge-wesen.
Die Gebräuche der Glockenweihe und Glockentaufe,ocfiandea in folgenden Stücken:
r. Im Gebrauche des Wortes Gottes unter gewisse»temonien« Dahin gehört: r l baß der Bsschnsum die Glockevttum gehet, und rings herum viel brennende Lichter stehen.
G z a'l Daß