124 Glocke.
ser Masse sehr unterschieden. Der Hauptbestandtheilist Rupfer, und dieses wird mit Zinn und Messmgversetzt; allein, welche Proportion ist die beste, und istdas Messing nicht mehr schädlich, als Vortheilhaft?Die Gießer können selbst nicht laugnen, daß KupferundZinn,ohneMessing,in allerAbsichc die vortheilhaftesteGlockenspeise seyn würde; doch thue das Messing alsdenngute Dienste, wenn das Kupfer unrein ist. Der Na«rur der Sache gemäß sollte das Glockengut eine doppel«te Eigenschaft haben, einen hellen Klang und Dauer«haftigkeit. In Absicht des ersten möchte das Messingwohl nichts vor dem Kupfer voraus haben; und inAbsicht des letztern ist bekannt, daß durch die Bey«Mischung des Messings die Metalle wegen des Gal«lneyes spröde werden. Einige halten 5 Theile Kupferund i Theil englisches Zinn für die beste Mischung.Andere nehmen i Theil Zinn, etwas mehr als i TheilMessing, und i O Theile Kupfer ; oder 2 Pfund Kup-fer, i Pfund Messing, und 27 Loth Zinn. ImSchauplatz der Natur wird I Theil Zinn, und z Thei«le Kupfer, für die beste Proportion angegeben. Mei«nss Erachtens müssen nicht leicht mehr als 20 PfundZinn zu iOo Pf. Kupfer kommen; doch können auchnoch etliche Pfunde darüber seyn, welches besondersbey kleinen Glocken angeht; es dürfen aber die PfundeZinn nicht über 2; steigen. Die Wahrheit zu sagen,eine neue Mischung machen die Gießer selten, sondernsie setzen insgemein nur zu dem Glockengut alter Glock«en etwas neues Metall hinzu, um ihm dieSprödizkeitzu benehmen, und hierbey wird denn freylich der Ge«winst mit in Betrachtung kommen. Eine solcheCom«Position kann also unmöglich genau werden, da dieProportion der Bestandtheile des alten Metalles nichtgehörig bekannt ist. Gemeiniglich fetzt man zu 3 Centn.bes alten Metalles 30 Pfund Kupfer, eben so vielMessing, und Z bis 4 Loth Zinn hinzu. Bey dem Gießen
einer