UND DAS VID-GEBIET ZUR DONAU.
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Plevna eintraf, unmöglich gewesen, schon am 19. auf dem rechten Vidufer dieheranziehenden Russen mit wirksamem Geschützfeuer zu empfangen und jenenersten Kampf um Plevna zu seinen Gunsten zu entscheiden, ohne dessen glück-lichen Ausgang der Krieg auf diesem Schauplatze wohl jedenfalls eine andereWendung genommen hätte. Welche guten Dienste diese solide Brücke OsmanPasa während seiner Einschliessung leistete, fand ich Gelegenheit im III. Capitelwiederholt zu betonen.
Im Sommer 1877 bildeten Dolni- und Gorni Dabnik gemeinsam mit Telisbefestigte Etappen des wichtigen Strassenzuges, auf dem Osman Pasa von Sofiastets neue Mannschaften, Munition und Lebensmittel erhielt. Diese Plevna’s Wider-stand permanent machende Verbindung konnte bis zum Herbste durch die strei-fende russisch-rumänische Cavallerie nur wenig gestört werden. Im Octoberjedoch, als das Eintreffen der Garde die Stärke der verfügbaren Truppen bedeu-tend erhöht hatte, beschloss Fürst Karl auf Anrathen des Generals Todleben,welcher das linke Vidufer persönlich recognoscirte, Plevna auch gegen W. wirksamabzuschliessen. Diese Aufgabe fiel dem energischen Gurko zu, dem ausserArnoldi’s 7 Bataillonen rumänischer Infanterie, 62 Escadronen russisch-rumäni-scher Cavallerie mit 36 Geschützen NW. zwischen Riben und Trestenik, sowieLoskarefFs 18 Escadronen mit 12 Kanonen S. bei Mediven, noch weitere 32Bataillone Infanterie, 4 Bataillone Schützen, 1 Sappeur-Bataillon, 28 Escadronenund 114 Geschütze der Garde unterstellt wurden.
Zunächst beschloss Gurko sich der Position Gorni Dabnik zu bemächtigen,welche in der Mitte der 12 Kilometer langen Angriflfsfronte zwischen den Werkenvon Telis und Dolni Dabnik lag. Die Besatzungen der letzteren sollten durchzwei Seitencolonnen im Schach gehalten werden, eine dritte hatte bei DolniNetropol das Vorbrechen türkischer Truppen aus Plevna zu hindern, gegen dasschon am 23. eine allgemeine Beschiessung eingeleitet und am 24., dem Tageder Operation gegen G. Dabnik fortgesetzt wurde, um Osman’s Aufmerksamkeitvon derselben abzulenken. Am 24. zeitlich Morgens überschritt Gurko bei öiri-kovo mit den Gardetruppen den Vid. Drei Infanterie-Colonnen mit je 2 Batteriengingen nach vorausgegangener kurzer Beschiessung stürmend gegen G. Dabnikvor. Die mittlere Brigade warf die Türken aus einem Vorwerke östlich derChaussee und setzte sich dort, sowie in dessen Schützengräben 300—400 Schrittevon der jenseitigen westlicheren Hauptredoute fest; der weitere Angriff auf letztereward aber zurückgewiesen. Ebenso erfolglos stürmten gegen dieselbe die linkeFlügel-Brigade von S. und die Schützen-Brigade von N. her an. Die wieder-holten Anläufe wurden stets blutig abgeschlagen. Erst um 8 Uhr Abends gelanges einigen Bataillonen, sich unentdeckt der Hauptposition zu nähern und dieTürken zu überfallen, welche nun den gleichzeitig von 0. und N. in dieselbe