98 Hafer-Wurzel.
at-noon (Mittagsschläfer) genannt, weil die Blüthen,welche sich erst am Morgen geöffnet haben, sich schon vorMittage wieder schließen. Ihre untern Blatter sindmeist eben so lang, als an der großen wilden Hafer.Wurzel, aber nur ein Drittel so breit, dunkelgrün, undgehen spihig zu. Ihre Blüthstängel werden ungefähri Fuß hoch, und tragen eine einzele gelbe Blume, wel>che nur halb so groß ist, als an jener Sorte. Sie blühtmit jener zu gleicher Zeit. Ihre Samenschossen wer-den ebenfalls abgeschnitten, und wie Spargel gegessen.Hierzu find sie im April oder May, nachdem sich nähm-lich der Frühling früher oder später einstellet, brauchbar.Die beste Zeit, sie zur Speise abzuschneiden, ist,wenn sie etwann 4 Zoll lang sind. Wenn man sie zulange stehen laßt, sind sie nie so zart, als wenn sie jungabgeschnitten werden.
3. Der momenlaiidische, fremde, oder spätblühende Bocködart, 'sragopogon orientale angU'ftifolium, flore maximo luteo Tourn. TragopogonOrientale, calycibns corollae radio breuioribus, foliisintegris subundulatis Linn. ist eigentlich in den Mor-genländern zu Hause, wachst aber auch in Deutschlandauf sandigen Hügeln, und ist dem vorigen Wiesen-Bocksbart ziemlich ähnlich; daher auch die meistenSchriftsteller beyde mit einander verwechselt und fürEine Art gehalten haben. Der morgenländische un-terscheidet sich von dem Wiesen-Bocksbärte durch dieviel größere Blume, die gelbe, aber nicht schwarz ge-streifte, untere Fläche der Randblümchen, den gleichfallsgelben und nicht schwärzlichen Staubbeutel, imgleichenden Kelch, welcher kürzer als die Randblümchen, undwo sich solcher rückwärts bieget, gleichsam zerbrochenoder eingeknickt ist; es blühet dieser auch später, undöfters noch im September. Die Blätter sind zwarauch völlig ganz, doch einiger Maßen, wellenförmig«usgebogen. Sie haben einen Milchsaft, und werden