Band 
Ein und zwanzigster Theil, von Haf bis Hanf.
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Hagel.

per, z. E. Spreu, die der Wind in die Höhe geführt,in dem Hagel eingeschlossen gewesen sind.

Daß besonders im Frühlinge, Sommer undHerbste, ja zuweilen auch im Winter, bey Tage Ha-gel fallt, weiß jedermann; daß aber dieses auch desNachts geschehe, ist zwar unstreitig, aber doch etwasSeltenes, daher Einige, welche dieses nicht genau be-obachtet, an der Möglichkeit des nächtlichen Hagelsgezweifelt, Andere aber dieselbe gänzlich geläugnet ha-ben. Die ersten gründen sich auf die Beobachtung,daß der Hagel gemeiniglich bey Tage, da die Sonnenoch über dem Horizonte steht, falle; daher sie sich ein-bilden, daß es bey Nachtnicht geschehen könne, weil als-denn die Sonne unter dem Horizonte, und also die Ur-sache dieser Wirkung nicht vorhanden wäre. Die leß-tern läugnen entweder wissentlich die Wahrheit derBeobachtungen des nächtlichen Hagels, oder geben de-nen leichtgläubig Beyfall, die sie unzuverläßig verst-chern, daß es des Nachts niemahls hagele.

Wenn der Himmel bey Tage beständig heiter ist,hat man keinen Hagel zu befürchten; ist aber die Luftmit dicken wässerigen Dünsten angefüllt, und es wehenzugleich verschiedene Winde, oder solche, die sich au-genblicklich verändern, so ist es möglich, daß Hagelfalle.

wenn der «Zage! bey Tage entstehen soll, so wer-den dazu dreyerley Umstände, nähmlich: i. die Gegen-wart der Sonne; 2. eine dichte, und wenigstens so di-cke Wolke, daß man daran den obern, mittlern und un-tersten Theil unterscheiden kann; und g. eine kältereLuft unter dieser Wolke, erfordert. Die Höhe der Ha-gelwolke, d. i. die Entfernung und der Abstand dersel-ben von der Oberfläche des Erdbodens, ist nicht beson-ders groß, desto größer aber ist zugleich ihre Dicke, d.i.die eigene Ausdehnung derselben nach ihrer Höhe undTieft, welche an 100 und mehr Fuß beträgt.