178 Hagel.
Vitalba) ja umzäunen, oder eine Nack'ttule mit ausgespanntenFlügeln anzunageln, und das Eisenwerk, womit man arbeitet,mit Bärenfttt zu bestreichen. Dieses waren die Mittel, wo.durch die Alten den Hagelschaden abzuwenden suchten, undwelche genug bewiesen, daß ihr Aberglaube eben so groß war,als ihre Furcht.
Die Erfahrung hat gelehrt, daß das Fressen derHagels, der im Sommer fallt, den Schafen schäd-lich sey. Da die Schafe im Sommer von ihrer vie-len Wolle heißer sind, als andere Thiere, so ist ihnengemeiniglich der kalte Hagel fehr lieb, und sie essen ihnso gern, als die Kinder den Zucker. Die Eiskälte desHagels aber verderbt das Blut plötzlich, und sie bekom-men nach 3 oder 4 Tagen an der Haut röthliche Fle-cken, und werden so bunt wie Leoparden. Dieses gehlselten ohne schlimme Folgen ab; das Schaf vergehtvon der Erkältung nach und nach, und ist in 2 oder 3Monathen faul (fäulisch) und todt. Daher müssenSchäfer die Schafe sofort von dem Orte, dahin derHagel gefallen ist, wegtreiben, damit sie den Hagelnicht fressen. Auch müssen sie niemahls die Heerde zueinem Teiche oder Bache nach einem Hagelschauer füh-ren, damit sie nicht das Hagelwasser trinken.
In Spanien ist das Hagelwasser selbst den Men-schen so schädlich, daß niemand nach einem starkenHagelschauer das Flußwasser trinken will, weil sie dieErfahrung gelehrt hak, daß es gefährlich sey.
Man kann übrigens nicht in Abrede seyn, daß derHagel auch seinen Nutzen habe, und in gewissemVerstände, wie der Schnee, die Erde fruchtbar mache.Man sieht in der That nach dem Hagel, wenn Regendarauf erfolgt, das ganze Feld grün, und die Erde lo-cker werden. Der türkische Weihen und einige ande-re Geereidearken gedeihen, wenn man sie nach demHagel säet, besser als gewöhnlich.
Hin. Abl Toaldo rvirrcrungolehre für de» Feldbau, Beil-»7-77, gr. 8. ©• 52 . , ,
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