Honig. 2Z
Wachs aus. Dieses noch unreine Wachs lasset manjetzt allein und gelinde schmelzen, durch ein Tuch oderdurch hänfenes Werg in ein Gefäß laufen, darin einwenig kaltes Wasser gewesen, und hebet alsdenn dieseWachescheiben auf. Die zurück gebliebenen Trester,oder die todte Wachsmasse ballt man zusammen, undtrocknet sie auf. Man kann sie entweder zum Räu-chern für daö Vieh gebrauchen, indem sie zuweilenvon den Landleuten gegen das Blutharnen des Rind»Viehes, unter dem Nahmen Bienenköpfe, begehrtwerden, oder man verkauft sie an diejenigen Leute,welche eö zu Schifffeilen anwenden, und zuweilen imLande herum gehen, es aufzukaufen. Sie bezahlendemjenigen, welcher sein Wachs gemeiniglich nur ver-mittelst runder Hölzer auspresset, wobey also noch vielMache in den Treffern stecken bleibt, 8 Pfenn. bis iGgr. für das Pfund. Wird hingegen das Wachsdurch eine gute Presse gedrückt, so bleibt so wenig inden Treffern stecken, daß man nichts mehr daraus lö-set, und man also den Vortheil selbst ziehen kann.Wenn endlich die Menge solcher von Wachse ganz lee»rer Trester zu nichts zu gebrauchen wären, sind sie dochunter dem Dünger nicht ohne Nutzen.
Sehr viele Leute, und besonders die Bauern, las-sen ihr Honig zum Verkauf dergestalt aus, daß siealles durch einander in einem Sacke auspressen. Obnun gleich das Honig sich von selbst reiniget, und nach8 oder 14 Tagen aller Unrarh oben aufkommt, so istdoch das mit untergepreßte Blumenmehl die Ursache,warum solches Hoüig in kurzer Zeit, wenigst.ns nachetlichen Jahren, scharr sauer wird. Diejenigen, wel-che bey dem Honigseimen gar den Backofen zu Hülfeqehmen, benehmen dem Honige die Farbe, den Ge-schmack, und die meiste Kraft, und können nicht ver-hindern, daß sich nicht das Wachs darunter mische.