50 Honig-Kelch.
besondere Honighalter vorkommen, so hat man sichum den Grund dieser Umstände wohl zu bekümmern.Finden sich demnach in den Blumen besondere Theileüber die gewöhnliche Zahl, wie man solches zuweilenbemerkt, die der Gestalt, Lage und dem Sitze nach,von den übrigen abgehen, in denen sich das verdickteHonig sammelt, welches aus andern oder eben denftl«ben ausschwitzt, so sind eö die besagten Honighalter.
Von ihrem Bau und ihrer Gestalt ist nichts be«stimmtes zu sagen, da sie zuweilen die farbige Blumen-Krone selbst vorstellen. Ihre Anzahl ist bey einzelenBlumen etwas bestimmter; doch richten sie sich übri-gens gar nicht, oder sichr wenig, nach der Ordnung derübrigen. Ihr Hauptkennzeichen ist das Honig, wel-ches sie samrneln, oder welches an der Mündung ihrerRöhrchcn angetroffen wird; eben so wie sich die Nar-be an dem Blumengriffel dadurch unterscheidet, daßsie zur Blüthzeit naß ist und seyn muß, daß man sogar die heraus dringenden Saftkügelchen daran han-gen sehen kann. Wo sich aber Honig auf dem Grun-de der Blume sammelt, in dem innern Theile oder zwi-schen den Decken, ohne daß man besonders dazu be-stimmte Theile, oder auch Oeffnungen entdecken kann,so vertritt ein jeder anderer Blumeukheil die Stellederselben, und die ganze Blume selbst ist in diesemFalle der Honigkelch. Man muß demnach die abson-dernden Honiggefäße, die in allen Theilen ausgebreitetsind, und sich überall höchst unsichtbar eröffnen, vondenen besonders gestalteten Gefäßen, die etwann einsolches abgeschiedenes Honig aufnehmen, unterschei-den. Wo aber zur Blüthzeit, wenn sich nähmlichdie Blumen öffnen, und durch den Geruch die Größeihrer Wirkung anzeigen, wenig Honig in denselben,noch Honighalker gesunden werden, so wird mau dochden seinen Honiggeruch in einer sehr großen MengePflanzen gewahr werden, welcher sich des Abends und
Mor-