Honig-Thau. 65
die Kleider ansehe. Von dieser außerordentlichenGahrung in dem Stängel und der Aehre des Rockensentsteht alsdenn, wenn der Honigthau nicht von denBienen abgelecket wird, ein großer schwarzer hervor-stehender Kern und Anwuchs, welcher unter dem Nah-men des Mutterkornes bekannt ist, und, wenn erhäufig unter das Mehl gemahlen wird, sehr ungesundist, wie an seinem Orte ausführlicher zeigen werde.
Indem, wie ich oben erwähnt habe, die Blattläu-se, um den süßen Saft, welcher zur Nahrung des Ge-wächses dienen sollte, in sich zu saugen, ihren Rüsselin die Blätter oder zarten Schößlinge stecken, wird da-durch der Baum geschwachec, viel Obst fällt unreif ab,der Hopfen wird unfruchtbar, und die Pflanzen leidentheils wegen des auögesogenen Saftes, theils auch,weil dieser hernach auf der Oberfläche als ein leimigesWesen liegen bleibt. Schädlich ist der Honigthau meh-renkheils, es mag derselbe herkommen, wo er will. Die-ser zähe Saft, zumahl wenn er in Menge auf denBlattern, Blüthen und jungen Früchten liegt, mußnothwendig die zarten Oeffnungen der Gefäße versto-pfen , und dadurch sowohl die Ausdünstung, als auchdas Eindringen des erfrischenden Thaues und Regen-Wassers verhindern, so daß durch beyde Zufalle dieSäfte in den Gewächsen stocken, verderben, und diefesten Theile auf mancherley Art zu Grunde gerichtetwerden. Der Hopfen, bey welchem öfter, als an-dern Gewächsen, der Honigthau sich einfindet, ist eindeutliches Beyspiel, was für Schaden derselbe anrich-ten könne. Ich werde mich darüber in dem Art. Ho-pfen näher erklären, und zugleich was für Maßregelnman dabey zu ergreifen habe, anzeigen.
Auch in Ansehung der Viehseuche ist der Honig-Thau schädlich. In einer gewissen Gegend in Sach-sen haben erfahrne und aufmerksame Landwirthe dieBemerkung gemacht, daß der auf den Weiden fallendeOek.Ene.XXVTH. E Ho-