Band 
Fünf und zwanzigster Theil, von Hom bis Hug.
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Hose. ziz

Dieser Beytrag zur Künstlerhistorie kann die Mahler der da-mahligen Zeit entschuldigen, daß sie hier in ihrer Kunst nichtweit gekommen; indem sich der Teufel selbst in Kunstsachenhandgreiflich ju urtheilen, anmaßte, und ihren ErfindungeaGränzen setzte.

Da auch andere Theologen außer demMusculus, die-se Art von Hosen zu groß und zu geräumig fanden, so machtensie mit ihm gemeinschaftliche Sache, erklärten sie von heiligerStäte für eine sündliche und unchristliche Mode, und brachtenes bey der weltlichen Obrigkeit dahin, daß sie theils verbothen,theils enger eingeschränket wurden, In der preußischen Land-Ordnung, fbl. 52 b ), wird dem Adel anbefohlen : „sich der„unchnstlichen unmäßigen Hosen zu enthalten." In der ro-stockischen Rleiverordnung von 158;, wird den Geschlech-tern oder Adeligen aufgegeben, daß ihre Hosen sollten zumhÜch«sten nur mit i2 oder 14 Ellen Gresgrün (*), oder Kartekoder mit eben so viel leiden Tafft durchzogen seyn. Ja Däne-mark ('*'), wo man zu den Hosen nicht mehr als 80 Ellen Kar-tek nahm, wurden sie verbothen; und der Köntg befahl, sie, oh-ue Unterschied der Personen, am Leibe besten, der sie trüge, zujerschneiden, um die Mode gänzlich auszurotten. Besonderswar Churfürst Joachim il. sehr wider diese Mode ausge-bracht; wovon uns Leuthingcr und Lükel (****) ein ParAnekdoten aufbehalten haben. Einen Bürgers Sohn, dermit seinen Pluderhosen auf der Straße mit einer Bande Musi-kanten herum zog, ließ er in das so genannte vergitterte Nar-rrnhäuschen sperren, und stellte ihn dem Spotte des Volkesaus; die Musikanten musten ohne Aufhören dabey spielen.Einem von Adel, welcher Sonntags mit seinen Pluderhosen iadie Domkirche gehen wollte, ließ er oben den Gurt an verschie-denen Stellen aufschneiden, daß die Hosen herunter sielen, undU 5 er

(*) Man hatte seidene und auch wollene Grasgrün (Grosgrain),s Tb. XX, S. 10g. Letzterer wurde, nach L«rpzov'S zir-tauischer Chronik, 1500 den gemeinen Leuten zu tragen erlaubt.

(") Der Rarrek war ei» wcllener Zeug oder eine Art Ra<ch, derzu Arras in den Niederlanden fabriciret, und nach Deutsch-land verfahren wurde. Pontoppidan halt den Kartek füreine Art Leinwand.

(•**) Erici Pontoppidani dänische Rirchenhist. g Tl>. S. ;4i.

("") Lökel Handschr. S. 554. LEUTHINGER Commentar.p. 187, erzählt sie mit ivenig veränderten Umständen, undauch Muse»luv im Hssemcufel.