Januar. 75
XIX. In Ansehung der Gesundheitspflege oder
Lebensordnung, und des Gebrauches derArzeneyen,
ist nühlich, r. sich, so viel als möglich, vor der Kältezu verwahren, theils durch gemäßigte Wärme derKleidung und Zimmer, theils durch mäßigen Ge-brauch wolgewürzter Speisen und guter Getränke.
2. Vor der Mittagsmahlzeit kann man zuweileneingemachten Jngber, Zittwer, oder Sternanieß neh.-wen; oder auch in das Getränk, sowohl in Bier alsWein, Alantwurzel, Lorbeeren, Kalmus, u. d. gl.werfen, um den Magen dadurch zu erwärmen. Jejünger und stärker man aber ist, um so viel wenigermuß man sich solcher arzeneymäßigen Erwärmungendes Leibes, und Erregungen des Appetites, bedienen.Eine nicht allzu harte Arbeit, oder eine andere ge-mäßigte Bewegung des Leibes, ist hierzu weit zu-iräglicher.
3. Wie es überhaupt derGesundheik nicht dienlichist, allzu viele und allzu oft Arzeneyen zu gebrauchen,zu purgieren, Ader zu lassen, das Haupt zu waschen,oder zu baden: so ist es solches am allerwenigsten beystrenger Kälte; es müßte denn eine dringende Nothsolches erfordern.
Hierauf beziehen sich die in folgende Reime ver.-faßten Gesundheitsregeln der Alten:
Des Jänners Räte leider nicht Arzneyn;
Aderlässen kann so g»c nichr seyn.
Bade sclrcn; mitte! ©peie iß;
Von Anieß und Ingwer oft genieß.
Und Joach. Camerarius schreibt:
Mensa anvat tcpido Jani decurrerc victu,
Et resici grato siiepe liquore iuber.
Vena tibi nullos exsuder secta cruores,
Sed calida fas est mergere Corpus aqua.
XX.