Band 
Neun und zwanzigster Theil, von Jan bis Inf.
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Jerusalem. 327

türkische Sultan Selim I. Herr über Aegypten wurde,steht nun Jerusalem unter den türkischen Kaisern, diesich, in ihrem Titel, Diener und Herren dieser heili-gen Scadc nennen.

Auf der Ost - und West - Seite steht die jehigsMauer, welche 1534 erbauet wurde, auf der Stelleder alten; gegen Süden und Norden aber hat dieheutige Stadt einen engern Umfang, so, daß der ei-gentliche Berg Zion nun ausserhalb derselben ist.Falsch ist es aber, daß Golgatha oder der Lalvarisenberg innerhalb der Mauern ist, ob man ihn gleichLeu Pilgrimmen betrieglicher Wei-se darin zeigt. DerDavidsthurm ist ein verfallenes Castell, welches vonden Pijanern, in der Periode der Kreuhzüge, soll er-bauet worden seyn.

Die Straßen und Häuser deshentigenJenisalemsstnd schlecht, und man hat kein anderes, als Regen-Wasser, welches man in Cisiernen für das ganze Jahr,samnielr. Die Einwohner sind theils mnhamedan-ische Türken und Araber, theils Juden, (und zwarsowohl Karaiten, als Talinudisten,) welche daselbst 7Synagogen habe», theils griechische, armenische, syr-ische, koptische :c. und römisch - katholische Christen.Diese letztem haben, nebst den Griechen, Armeniernund Kopten, Antheil an der Rirche des heil. Gra-bes, wofür sie den Türken viel bezahlen müssen. DieKatholiken dürfen allein Messe bey dem vermeinten h.Grabe lesen; doch ist allen Christen verstattet, ihreAndacht bey demselben zu verrichten, wie denn auchjede christliche Secte ihre Mönche bey dieser Kirchehat. Die Griechen besitzen das Chor derselben. DieKatholiken haben auch das Rloster jum hei!. Erlö-ser, welches den Vätern vom h. Lande, einem Zweigedes Franciöcaner-Ordens, gehört, und mir Mönchenaus allerley Nationen beseht ist. Der Guardian des-selben ist päpstlicher Commissarius im ganzen Orient,X 4 und