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Jesuit.
Da die Gesetze des Ordens dem Generale eine souneingestHrankte Gewalt über alle Mitglieder desselbenzugestehen, so wird mit der größten Sorgfalt daraufgesehen, das; er von dem Characker und den Fähigkei-ten eines jeden seiner Unterthanen völlig unterrichtetsey. Ein jeder, der sich zu einen Candidaren des Or-dens angibt, ist verbunden, dem Superior des Hauses,oder einer von ihm bestellten Person, sein Gewissen zubeichten (conseiemiam matvfistare). und dabey mußer nicht allein seine Sünden und Mangel bekennen,sondern auch seine Neigungen, Leidenschaften, unddasjenige, wozu seine Seele den stärksten Hang hat,entdecken. Diese Beichte muß alle sechs Monathewiederhohlt werden. Doch ist die Gesellschaft nochnicht damit zufrieden, aus diese Art das ganze Herzkennen zu lernen; jedes Mitglied ist noch ausserdemangewiesen, die Motte und Handlungen dessen, derim Novitiate steht, zu beobachten; ein jeder ist ver-bunden, ein Kundschafter desselben zu seyn, und jedeSache von Wichtigkeit, die ihn betrifft, dem Superiorzu entdecken. Damit diese Erforschung ihres Chara-kters so vollkommen, als möglich, werden möge, müs-sen sie, wie ich bereits erwähnt habe, ein langes No»vitiat ausstehen, während dessen sie durch verschiedeneStufen des Ranges, welche in der Gesellschaft festgerseht sind, höher steigen. Ein jeder muß das ZgsteJahr zurück gelegt haben, ehe er das letzte Gelübdethun kann, wodurch er eines von denen Mitgliedern,welche Professen genannt werden, wird. Auf dieseArt erlangen die Superioren, unter deren unmittelba-ren Aufsicht die Novitien stehen, eine vollkommeneKenntniß von den Neigungen und Talenten derselben.Damit aber der General, der die Seele ist, welche dieganze Gesellschaft belebt und bewegt, alles vor AugenHaben könne, was nöthig ist, ihn zu unterrichten undzu leiten, so müssen die Provinzialen aus ganz Europa