Band 
Neun und zwanzigster Theil, von Jan bis Inf.
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Z64 Jesuit.

das Interesse und die Gewalt des päpstlichen HofeS;u seinem eigenen Interesse machte, gab ihm bald einenVorzug und das Uebergewicht über alle andere Orden.Die Unterweisung des edelsten Theiles der Jugend inden Sprachen und schönen Wissenschaften, worin dieJesuiten sich so unendlich weit über alle übrigeMönchsorden hervor thaten, verschaffte ihnen Gele-genheit, mit den vornehmsten Häusern und angesehen-sten Familien m eine vertraulicheVerbindungzu treten,und den jungen Leuten selbst die besten Gesinnungengegen ihren Orden einzuflößen, und sich in jedem der«selben einen künftigen Gönner und Beschützer zu erzie-hen. Dieses erregte natürlicher Weise den Neid derübrigen Mönche, die es sehr oft durch allerley Wegeversuchten, den Orden zu stürzen, um so mehr, da ihnenauch durch die Jesuiten manche Vortheile, die sie vorhingenossen hatten, entzogen wurden. Man beschuldigtesie zu Rom, sie zielte», auf nichts geringeres ab, alsauf eine Universal-Monarchie über die ganze Kirche,und unter dem äuffern Vorwande, die Macht und dieGewalt des Papstes zu unterstützen, arbeiteten undtrachteten sie im Grunde heimlich nur dahin, dieselbeeinzuschränken, und hingegen sich selbst solche Machtzuzueignen.

Zu Venedig beschuldigte man die Jesuiten, sie tris«heu mit der Beichte und Absolution einen ordentlichenHandel; sie machten von dem Beichtstühle den schänd-lichen Mißbrauch, daß sie dadurch vpn dem VermögenEinzelner Privatpersonen, von den häuslichen Verbind-ungen der Bürger, wie auch von der Stärke undSchwäche der Republik, und von den Schlüssen desSengtes insgeheim Erkundigung einzögen, um dieselrhen demnächst ihrem Ordens-General zu hinterbringen.Man klagte sie als Empörer, Aufrührer und Störerher öffentlichen Ruhe an, indem sie den Papst gegenhie. Signoria eingenommen, und ihn dahin gebracht