Band 
Neun und zwanzigster Theil, von Jan bis Inf.
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spihig bleiben. Ehe man die Pinsel gebraucht, stecktman sie zuvor in. reines Wasser. Sie ziehen sich voll,und lassen alsdann die Farben besser fließen. Nachjedesmahligem Gebrauche muß man die Pinsel in rei-nem Wasser auswaschen, damit man nichts von der«inen Farbe zu der andern zum Schaden bringe. DerVorrakh von Pinseln, welcher nicht geringe seyn darf,kann viele dergleichen Fehler verhüten. Wenn mannun den Pinsel führen will, steckt man denselven an ei-nen darein wohl passenden Stift. Ein solcher Stiftmuß aber nicht zu kurz seyn, weil er sonst in der Handnicht gut liegt, und er verursachet, daß man die Haarebis zum Federkiel aufstvßt; der Anstrich wird daherimmer ungleich und matt aussehen. Eben dieses istes, was man eine schwere Faust nennt. Bedient mansich hingegen langer Stifte, welche sich gut in die Handlegen, so wird man sich auch leicht gewöhnen, den Pin-sel nicht wohl bis zur Hälfte auszustoßen. Der An-strich wird dadurch gewiß gleich und lebhaft werden,und man wird bald eine flüchtige Hand erlangen.

Es gibt noch einige Arten Pinsel, welche von Schwein-Borsten oder Fischotterbaaren gemacht sind; beyde aber sindhierzu wenig oder gar nicht zu gebrauchen, denn sie sind ge-meiniglich platt.

Die Palette, oder das dünne und ovale Bretchen,worauf man die Mittelfarben, durch die Vermischungverschiedener Hauptfarbcn hervor zu bringen pflegt,kann man hier bey den Wasserfarben nicht wohl ge-brauchen. Wollte man es, wie gemeiniglich geschieht,mit Oehl tränken, bis es nichts mehr annähme, somüßte man doch befürchten, daß sich die Farben hin-ein ziehen, und die Mischungen verderben. Das be-ste, dessen man sich bedienen kann, ist ein Täfelchenvon Elfenbein, oder auch nur eine Glastafel.

Der so genannte Reibestem, auf welchem manmit einem Läufer von eben derselben Steinarr die Far-ben