Band 
Vierzigster Theil, von Kleid bis Klo.
Seite
448
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Klima.

die Cultur und andere äussere Umstände, tragen eben-falls das ihrige bey,) so ist es doch gewiß die vornehm-ste. Ueberdas erfordert es eine sehr lange Zeit undviele Generationen, wenn der Einfluß merklich wer-ben, und eine Abartung wieder in eine andere verwan-delt werden soll» Hieraus erhellet, daß der Bau deSmenschlichen Körpers weit biegsamer, und zu den Ver-schiedenheiten der Luft und Nahrung weit besser zu ge-wöhnen ist, als der Körper der Thiere.

Es gibt in der ganzen Natur kein Thier, welchesin allen Klimaten ausdaüern und sich daran gewöhnenkönnte, ohne daß es seine Gestalt, Farbe und andereEigenschaften gänzlich verändere, die Fortpflanzungs-Kraft verliere, kränklich werde, oder gar in kurzer Zeitsterbe. Die Beyspiele sind so zahlreich, daß es fastunnöthig ist, einige anzuführen. Die Rennrhiere,welche des kältesten Klima gewohnt sind, kommen hierzu Lande gar nicht fort. Die Löwen, Tieger, Affen,und andere Thiere aus den heißen Süd - Landern, ver-lieren hier zu Lande ihre Munterkeit, und die Kraftsichfortzupflanzen. Die Canarienvögel pflanzen sich zwarfort, allein sie haben schon durch die Veränderung desKlima eine beträchtliche Abartung erlitten; ihr Gefie-der hat allerley Farben bekommen, sie sind zabm ge-worden, und können nur wenige Tage ausdauern,wenn man sie aus ihrem Gefängnisse in Freyheit lässet.Merkwürdig ist es bey den Vögeln, daß manche ihrKlima aus Instinkt verlassen, und zu gewissen Jahrs-Zeiken die weitesten Reisen von Norden nach Südenvornehmen. Einem Jeden werden hierbei sogleichdie Störche, die wilden Gänse, und viele andere Zng-Vögel, einfallen.

Endlich sind auch die leblosen Geschöpfe des Erd-Balles, die Pflanzen an besondere Klimate gebunden;und es ist für den Pflanzen-Kenner und den Oekonomgleich wichtig, diesen Umstand zu kennen. Da aber

bey