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Europäische Türkei.
AU! dieser Theil der Ceremonie vorbei war, opferte manzwökf Schafe und bestrich den unterste» Theil der Fahnemit Blut. Hier sollte sie vierzig Tage stehen bleiben, bisder Großvezier ins Feld rücket.
Ein großes politisches Fest findet bei der Thronbestei-gung des Sultans Statt. Wie im übrigen Europa dieRegenten gekrönt werden, so wird hier der nette Souve-rän« in dem Tur be (d. i. Begrabnißcapelle) des Heili-gen E bv-E y u b - En sary von dem Mufti mit demSchwerdte Mahomed's II umgürtet. Die Veranlassungdieses Gebrauch- war folgender. Man wußte, daß jenerHeilige, ein Schüler bei Propheten, in Constantinopelgestorben sey, aber die Stelle seines Grabes war unbe-kannt. Alt Mahomed II. die Stadt erobert hatte, glaubteA ck - S ch e m s - u d - d i n e, einer der Lieblings - Scheykhs(Prediger) des Sultans, daß ein Engel ihm im Traumden Ort gezeigt, wo die Asche bei Heiligen ruhe, undzugleich angedeutet habe, daß man beim Nachgraben,als Bestätigung der Offenbarung eine Quelle und einenweißen Marmor mit einer hebräischen Inschrift findenwürde. Als er erwachte, berichtete er dem Sultan, waser gesehen, und dieser ließ sogleich bei der bezeichnetenStelle, im Osten der Stadt, nachgraben. Man fandline Quelle und einen weißen Marmor, und war voll-kommen überzeugt, daß hier das Grab des Heiligen sey.Mahomed II. ließ einen prächtigen Turbe und danebeneine große Moschee, dem E b y-Eyu b geweiht, errichten;es erhob sich bald darauf auch eine Vorstadt, welche sei-nen Namen tragt.
Als der Turbe vollendet war, gieng der Sultan infeierlichem Aufzuge dahin, wo, nach einigen Gebeten,Ack - Schems - ud - Dine, von den vornehmsten Memas um-geben, den Kaiser mit einem prächtigen Säbel umgürtete,so wie einst der Kaufe Achmed /X. dem neuen Sultan