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Teutschland.
Plattteutschem Dialekte, der Mehrheit nach der lutheri-schen Kirche zugethan, doch zählt man auch gegen rüo,oooKatholiken, gegen 60,000 Reformirte, 15,000 Judenund 400 Mennoniten.
Die Cultur steht auf einer mittlern Stufe. Man-che Provinzen, rvie Kal en ber g, die Marschgege >denander Elbe, Weser und Ems sind herrlich ange-bauet, aber in andern setzt der Gebirgs - oder Haide-boden schwer zu besiegende Hindernisse in den Weg: aufdem Harze gedeihet kaum schwarzer Hafer und in derLüncburger Haide wenig mehr Buchwaizen, Bie-nen und Haideschnuckcn. Dessenungeachtet hat das Reichan den meisten unentbehrlichen Produkten des Pflanzen-reichs einen Ueberfluß, und Viehzucht und Bergbau ste-hen in der schönsten Blüte» Aber das Reich ist auchKloß producirend: wo der Boden den Menschen nicht«mährt, wie in einem Theile Westphalens, da verdingter lieber seinen Schweiß dem Holländer, als daßer seinen Erwerb in der Veredlung der Products suchensollte. Jährlich wandern gegen r6,ooo Menschen nachHolland. Manufakturen und Fabriken finden sich, mitAusnahme der Leinenfabrikatur, die beiläufig einen Ge»genstand von mehr als 5^ Mill. Gulden ausmacht, nurin einigen Städten, wie Göttin gen, Münden,Osterode, Eimbecku. a., vorzüglich in wollenenSeuchen, Tabak, Seife und Eisenwaarcn. Der Han-del mit den verschiedenen Productcn ist sehr lebhaft aufder Elbe, Aller, Weser uüd Ems: Emden isteiner der Stapelplähe des nördlichen Teutschlands. Manführt aus: Korn, Hülsenfrüchte, Rübsaamen und Del,Stab Bau - und Brennholz, Tabaksblätter, Vieh,Pferde, Blei, Glätte, Eisengeräthe, Kupfer - undMessinggeräthe, Garn und Leinwand, Wachs undWachslichter und andere geringe Artikel.