Kunst-Akademie, in London. 203
nmi, daß die Stücke, welche hier jährlich etwa 4 Wochenlang zur Schau gcsteller werden, neu sind, und daß unserelondner Zeitungen alsdann von Kritiken über die Werkeder Künstler schwärmen, davon einige richtig und treffend,viele aber schief, und nicht wenige aus neidischer Federgeflossen find. Wer diese Schaustellung sehen will, be-fahlt am Eingänge einen Schilling; dafür wird ihm zu-gleich ein gedruckter Katalog der zur Schau gestelltenWerke überreicht. Aus dieseni erfährt man den Meisterdes Gemähldes, und wird zugleich unterrichtet, daß das-selbe eine Mannsperson und kein Fcauenzimnier, oder um-gekehrt, vorstelle; daß es eine Landschaft, und keine See-Gegend, sey. Die größte Anzahl der zur Schau gestesirenEtücke, besteht aus Portraiten. Wenn man von dem ei-tlen oder dem andern, welches man vor sich sieht, gernwissen möchte, wen es vorstelle, und den Katalog nach-schlägt, so liefet man nichts weiter, als: Portrait einesHerrn; einer Dame; ober auch Pferde, Hunde, u. s. w.Da man leicht erfahren kann, oder es auch in den Zeit-tingö-Kritiken liefet, wer die sind, welche sich dem Publi-cum durch den Mahler zur Schau stellen lassen, so wun-dert mich, daß man es im Katalog zür Nachricht der An-schauer nicht beyfügt.
„Wie die Akademie noch sein eigentliches Gebäude zurbchaustellung ihrer Werke hatte, sondern einen Saht dazumiethen mußte, nahm man es gar nicht übel, daß am Ein-gänge in denselben, denen die eingehen wollten, cm Schil-ling abgefordert wurde; wie aber bch der allerersten Exhi,diliou ,'n Corneesethouse, so wie noch jczt, dergleichen ge-fordert wurde, redete man sehr bitter dagegen, und schriebM den Zeitungen mit Meine dawider. Man erklärte eskür eine Unehre, die der Nation angethan würde, daß diekv»igl. Freygebigkeit in England nicht eben so groß, als inFrankreich, seyn sollte, wo man in die königi. Gemahlde-Gallerien, in Paris, unentgeltlich eingehen könne. Jn-vcffen ist es dabey geblieben; und die Wahrheit zu sagen,,c ?) sehe nicht ein, wie sonst die Menge des geringen Volkes,
sich zudrangen würde, abgehalten werden möchte. Esm ohnedem, besonders um die Mitte des Tages, zur Zeit^cr Erhibition, in den Zimmern der Akadenrie so voll, daßwan sich f au „, rcgetl f atm; und man hat mich versichert,daß die Summe, welche jährlich, den Monath brr Schau-