aa Lebens-Art.
Städten stuf eine vornehme Art erzogen worden find, ver-gebens seyn.
Ich komme aber, nach dieser Ausschweifung, wiederzu meiner Haupt-Anmerkung, nähmlich: daß unter allenVölkern, unter welchen die Einführung der hitzigen Ge-tränke noch nicht cingcriffen war, die Einwohner, imGanzen betrachtet, ein weit höheres Alter erreicht haben,als sie von der Zeit an erreichten, da mit den verschiede-nen Arten von Wein und andern Getränken die Trunken-heit und Unmäßigkeit allgemein geworden find; sie, wel-che die unseligen Mutter der schädlichsten Krankheiten so-wohl der Seele, als des Leibes, find. Ich berufe nzichzuerst auf d,e ältesten Zeiten der griechischen Republik, inwelchen die Griechen die mächt,gste Nation ausmachten,und so zahlreich waren, daß Griechenland, ob es gleichnicht halb so groß war, als England, nach einer sehr ge-nauen Ausrechnung eines Bntten 29 Millionen Einwoh-ner, und alko 4 Mahl mehr als izt England, hatte. Die-se Anzahl von Einwohnern hatte es nur in jenen Zeiten,worin die Trunkenheit vom Solon und den andern Ge-setzgebern mit der Todes - Strafe belegt wurde, und wor-in die Reichen keinen andern Wein tranken, als denjen-igen, wo zu 2 Theilen Wein 3 Theile Wasser waren ge-gossen worden. Und in Spanien ist es noch selbst unterPersonen vom höchsten Range eingeführt, daß sie vordem4osten Jahr nicht reine« Wein trinken. Man hat aberdie Anmerkung gemacht, daß in Spanien viele Königesehr alt geworden find, in Frankreich hingegen keiner,von Karl dem Großen an bis auf Ludwig XI., daS6c>ste Jahr erreicht hat. Doch, ich will lieber, da ich vondem Einflüsse der Mäßigkeit auf die Gesundheit und dastange Leben ganzer Völkerschaften rede, auch die Beweisevon ganzen Nationen hernehmen. Die Wilden in Ame-rika, die von Jugend auf gewohnt sind, in den Wäldernund unter freyem Hiwmelzu seyn, müssen unstreitig eineharte, und, gegen die unfrige, gar eine eiserne Natur ha-- ben; und gleichwohl werden sie izt so häufig krank, alsdieEuropäer, und sterben auch eben so häufig, ehe sie das ge-wöhnliche Lebens-Ziel der Menschen erreichen, als dieEinwohner der reichen und wollüstigen Städte in unsermWelt-Theile. Woher diese große Veränderung in ehe-mahls wider alle Witterungen und die rauhest? Lebens-