Lebens - Act.
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W«r kann izt, ohne sich lächerlich ;« machen, ftlr die Ge-sundheit einer Familie zum Nachtheil seiner äußerlichenEhre sorgen? Soll man etwa seine Gaste so bewirthen,wie Abraham die seinigen? Rein, lasset uns äusserlich,und bey. solchen Gelegenheiten, wo ein etwas größerer Auf-wand nach unsern Sitten zur Ehre gerechnet wird, denstrengen Gesetzen der Gewohnheit und des eingeführtenWohlstandes, so viel wir können, nachgeben; ausser die-sen, an sich doch seltenen Fällen aber lasset uns in unsernHäusern und unter unserer Familie vollkommen diese sonatürliche und schöne Einfalt der ersiern, unstreitig tu-gendhaftern Menschen nachahmen. Und wenn die Thorenlachen, so wollen wir indessen mit Wonne und Zufrieden-heit unsre dauerhafte Gesundheit genießen. Wir könnenin den Städten nicht durchaus so leben, wie Abrahammitten unter seinen Heerden, unter einem Gezelte; unddie Schrift äuffert eben auch darin ein Merkmahl einergöttlichen Weisheit, daß sie uns nirgends auf die Nach-ahmung der einzelnen Stücke des patriarchalischen Lebensverweiset; aber darin müssen wir diesen verehrungswürd-igen Männern folgen, daß wir mehr auf gesunde und un-srer Natur gemäße« Speisen, als auf leckere, theure undsehr künstlich bereitete Mahlzeiten^ sehen.
Ich komme auf die Rkeidung. Diesen Punctaber darf ich nicht eher berühren, als bis ich dirAbsicht, warum ich davon handle, werde erklärt ha-ben. Ein Moralist fällt allemahl in das Lächerliche,wenigstens nach dem Urtheile des weiblichen Publict,so oft er von einer Sache, die nicht vor den Richter-Stuhl der Sittenlehre, sondern allein unter die ver-mischte Jurisdiction des Geschmackes eines Volkes,der in der gesitteten Welt herrschenden Mode und desWohlstandes, gehört, mck einem ernsthaften Gesichteredet. In keiner von diesen Absichten werde ich dieKleidung der Patriarchen mit unserer europäischen inVerglerchung stellen; und doch hoffte ich, ich würdediese, dem Scheine nach so unerhebliche Sache auseinem Gesichtspunkte vor Augen stellen können, daß
sich