Lebens-Art.
2-
werben? Und wenn nicht hernach dieser Erzvaterselbst seinen Liebling, denJoseph, von aller Bequem-lichkeit von seiner zartesten Kindheit an entfernet undihn frühzeitig hart gewöhnet halte, würde, sage ich,wohl dieser Knabe so oft zu seinen Brüdern ganz al-lein gewandert seyn, um sich nach ihren undderHeer-den Umständen zu erkundigen? ■
Doch, wir wollen nur auf die Erziehung des zar-lern Geschlechtes sehen; dieses wurde so wenig als dasstärkere, in der Jugend verzärtelt. Rebecca kam voneinem ziemlich weiten Orte, um die Kamele zu trän-ken, und sie schöpfte nicht nur Master, sondern sietrug auch selbst die schweren Gefäße auf ihrem Kopfeoder ihrer Achsel. Eben diese Tochter eirzes sehr be-güterten und angesehenen Mannes, hütete, für ihreblühende und zarte Schönheit wenig besorgt, auffreyem Felde die Schafe ihres Vaters. Ihre mei-sten Verrichtungen besorgten die Töchter dieser rei-chen und ansehnlichen Männer im Schatten der vä-terlichen Hütte, und diese Arbeiten waren gewiß sehrzahlreich; denn man bedenke nur, daß dreFrauenundTöchter dieser Reichen, deren Familie» aus so vielenMenschen bestanden, den Mangel der Bäcker,Schneider und anderer Professionen, ganz allein ha-ben ersetzen müssen« Diese Arbeitsamkeit blieb auch sehrlange die Ehre des Frauenzimmers unter dem tsraelit-ischen Volke. Samuel, da er dem Volke Israel daSVerlangen, einen König, wrs die andern Nationenzu haben, wieder aus dem Sinn reden wollte, be-schreibt ihnen sehr umständlich dre vielen Abgaben undHofdienste, die er von ihnen, als einem bisher ganzund gar freyen Volke, zur Formirung seines Hof-States fordern würde; «euer König/ sagt er:" wird»eureTöchter nehmen, daß sie'Apolhekermnen, Köche»innen, und Bäckertnnen werden." David'ö Prin-zessinnen besorgten ebenfalls die Küche, wie man aus