Band 
Sieben und sechzigster Theil, von Lebens-Art bis Lederz.
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Lebens-Art.

machen. Ist er nun aber so glücklich, auf eine oderdie andere Weise aufmerksam darauf zu werden; hater die Freuden genossen, die sie gewährt, und findeter dann bey dem weitem Forschen, daß sie eine un-versiegbare Quelle so manches Guten enthält: dannverliert er über den gegenwärtigen Genuß, die ent-ferntem Vortheile anderer Lebens-Arten immer wei-ter aus den Augen, und ist zufrieden mit dem, in des-sen ruhigem Besitze er sich einmahl befindet. Dieswird ihm sehr leicht werden, wenn er es früh gelernthat, genügsam oder zufrieden zu seyn, mit dem waser einmahl hat; wenn er die schöne Kunst, seineBedürfnisse einzuschränken, sich früh zu eigen ge,macht hat (*), und nie ein größeres Maß von Glück-seligkeit eifrigst zu wünschen, als er nach seinen Kräftenund den vorkommenden Gelegenheiten sich verschaf-fen kann.

Endlich suche man die Ueberzeugung sich zu er-werben, daß jede Lage, worein man encwederfreyrwillig, oder durch die Umstände gezwungen, versetztwird, nach dem weisen willen Gottes uns ange-wiesen ist, um darin nach unsern Aräften zum all-gemeinen Wohl mitzuwirken. Diese Ueberzeugungwird ihn beruhigen, sie wird ihm die unangenehme,seinen Wünschen widersprechende LebenS-Art in einemminder nachrheiligen Lichte zeigen, und den Gedanken

in

(*) Ein berühmter Schriftsteller, macht der neuern Erziehung diedringende Empfehlung, dir Bedürfnisse zu vermindern, jumDonvurf, weil hieraus, wie er glaubt, Die bLse Folge ent-stände, daß nun die inngen Männer, die es gelernt haben,mir wenigerm als sonst gewöhnlich ist, zufrieden;u seyn,sich keinen gesellschasklicheii und bürgerlichen Verfügungenmehr unterwerfen wollen, und zu früh beginne» die Unab,hängigen zu spielen. Das Unstatthafte dieser Schlußfolgezu zeigen, ist hier der Ort nicht; sonst mochte es leicht be,wie,en werden können, daß dieses Uebel sich aus ganz andernnäher liegende»-Quellen herleite» lass».