Lebens -Art
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Scharrfüßen bis fast jum Zimmer hinaus. Doch jeztglaubt er ein Ehrenwort ihm sagen zu neusten, daß er denAbend bey ihm zubringen möge. Der Fremde hat Welt,Gebrauch genug, um es nicht sogleich anzunehmen. „Ich
„fürchte/' sagt er: „beschwerlich zu fallen; und dann-
„dann habe ich doch auch noch ein Geschäft zu Hause ver-fassen." Sarpedon merkt wohl, daß eine wiederhohlteBitte ganz willkommen seyn werde. Aber er weicht aus,in Furcht vor der Verlegenheit, wenn der Mann nichtspielt, ihm Unterhaltung, oder, wenn er spielt, ihm nocheine Partie zu verschaffen. „Das ist mir ja recht leicht,"sagt er: „daß wir der Ehre, Sie zu sehen, diesmahl nicht„länger genießen sollen. Wenn Sie ein andermahl mich„besuchen, da will ich bitten, sich vorher so ganz von Ge-„schäften frey zu machen, daß ich ja nicht wieder eine so„unangenehme Fehlbitte thue." Nun begleitet er ihn mitunzählbaren Scharrfüßen und unter einem Schwall vonComplimenten bis an die unterste Stuffe seiner Haus-Treppe, so sehr auch der Fremde ihn bittet, sich doch nichtso lange von der Gesellschaft zu entfernen. DreyScharr-süße folgen noch auf die Gaffe nach; auch Handküsse wer-den dem Fremden nachgeworfen, der nun freylich nichtanders sagen kann, als Sarpedon sey sehr höflich gegenihn gewesen.
Eben dies begegnet Arist mit einem jungen Mannevon guter Erziehung und Anlage, der die ihm noch feh-lende Ausbildung durch eine eben angefangene Reise zuerlangen sucht, aber doch zu sehr fühlt, daß er nicht wohlin einer Gesellschaft bleiben könne, zu der er nicht eingela-den war. Anst thut ihm eine freundschaftliche Gewaltan, ehe er einwilligt zu bleiben. Aber der junge Mannist verlegen; denn er kennt niemanden in der Gesellschaft,und ihn kennt niemand. Schon ist das Spiel angeord,net; Arist aber wehrt ab, daß man sich noch nicht setze,um eine Viertelstunde zu gewinnen, in der er den jungenMann einem jeden bekannt macht, und mit einzelnen inkurze Unterredung bringt. Nach einiger Ueberlegung ge-lingt es ihm, ihn zu eine,» Spiel zu bringen, das erniäßig zu verstehen versichert, und wobey er nicht Gefahrläuft, viel zu verlieren. Da mau sich zu Tische seht, hatsich Arist sehr wohl gemerkt, welche Personen die meisteund gefälligste Aufmerksamkeit auf den jungen Mann ge-wandt