202 Lebens-Mittel, Victualien.
men haben, und gestiegen sind. Diese Preise sindder Grund zu den Auflagen des Stares, und;ur Be-stimmung des Werthes der Güter, die eine jede Pri-vatperson besitzt. Ein Gut wird höher verkauft undverpachtet, wenn der Scheffel Rocken 16 Gr., alswenn er nur 8 Gr. gilt, und auch nach einer Mittel-Zahl von bis i r Jahren gegolten hat; s.TH.XI^VI,S. 45. Wenn nun durch Krieg oder Pest ein Drit-tel Menschen plötzlich weggeraffet wird, wie im Jahr1709 und 1710 in Preussen geschehenist, und es wirdeine gleiche Anzahl Morgen Ackers, wie vorher, ge-bauet, so muß, natürlicher Weise, mehr Korn undauch mehr Vieh vorhanden seyn, als im Lande ge-braucht und verzehrt wird. Das Bedürfniß ist alsonicht mehr so groß, und um ein Drittel geringer,als vorher. Was wirddarauserfolgen? Derwohl«feilere Preis ist eine nothwendige Folge. Der Par-ticulier verliert also an seinen Einkünften. Da auch dieConsumtion nicht so groß ist, so verliert der Stak einDrittel an der Accise. Dieser verliert auch an Ein-künften von den liegenden Gründen der Landleute,indem diese nicht mehr so viel Abgaben davon entrich-ten können, weil ihre Einnahme von verkauftem Ge-treide und Vieh geringer geworden ist, zumahl wenndie Lasten dem Landmanne schon vorher so zugemessensind, daß er bey den sonst gewöhnlichen Preisen nichteben viel hat erübrigen können. Hieraus erhellet,wie die Einkünfte des States und der Unterthanen vondem Preise der Bedürfnisse, und diese sowohl als jenevon der Menge der Menschen abhängen.
Ein wohlfeiler Preis der zum Unterhalt unent-behrlichsten Lebens-Mittel, hat einen großen Einflußin den Entschluß zu heurathen, wie auch m die beson-dere Fruchtbarkeit der Ehen. Dies ist der Grund,daß die Ehen in großen Städten, in Vergleichungmit der Zahl der Einwohner so sehr abnehmen. In