Lebens-Ordnung. 301
vermeide schwere Mehl - Speisen, frisches Brod, har-tes Fleisch. Personen^ die an der Galle leiden, mirs-senmehr, alSandere, aufdieOeffnungbedachtseyn.
Ausschweifungen im Beyschlaf, kommen demKörper sehr theuer zu stehen; er wird davon kalt,trocken, matt und zitternd. Es entstehen davon ver-schiedene Nerven-Krankheiten, Stein, Gicht, undandereZufälle mehr.
6. In Ansehung der Gemüths-Bewegungcn,oder Leidenschaften.
Einige Leidenschaften sind angenehm, als: Freude,Hoffnung, und Liebe; andere sind unangenehm, als:Zorn, Verdruß, Traurigkeit, Schreck, Furcht,Neid, Eifersucht. Jene suche man zu unterhalten,diese zu entfernen. Die angenehmen sind zugleichheilsam; die unangenehmen meistens schädlich, ofttödlich. Empfindsame und weiche Geniürher werdenvon ihnen starker angegriffen; kaltblütige und träge,seltener und weniger. Je stärker sie aufdie Seele undden Körper auffallen, desto heftiger sind ihre Wirkun-gen. In dem höchsten Zorn, Schrecken, Furcht,ist man unvermögend, und seiner nicht mehr bewußt.Sie verdunkeln den Verstand, und hemmen die Ue-berlegung; und das ist das Schlimmste der heftigenLeidenschaften.
Mäßige Leidenschaften schaden zwar weniger,doch schaden sie immer. Man untersuche sich nacheinem kleinen Zorn, Verdruß, Schrecken. Es sehenes ja die Leute einem an dem Gesichte an, daß manheftig erschrocken, erzürnt ist, wenn sie gleich nichtwissen, was vorgegangen ist.
Gegen mäßige und leichte Gemüths-Bewegun-gen kann die Vernunft noch Widerstand thun, sich hel-fen, oder sich erleichtern. Gewaltsame und unver-mukhere überrumpeln Verstand und Sinne. Man
muß