Band 
Sieben und sechzigster Theil, von Lebens-Art bis Lederz.
Seite
315
JPEG-Download
 

Lebens - Ordnung. $15

Zwey Bouteillcn Burgunder alle Mittage, und eineBoureille Malaga alle Abend, werden «einen arbeitesinnen Vage«« wohl warm ballen. Er verspürt zu«

- wellen fieberhafte Bewegungen; das rst abrr immernur «in kleiner Uebergang. Die Drohungen derAerzte, daß er sein Blut zu sehr erhitz-m und sich gerfävrlrche F eber zuziehen werde, kann wohl nicht-anders, als Scherz, seyn. Polyphagus hält diebeste Ordnung im Schlafen, im Wachen und in Lei-bes .'Bewegungen; er «stauch selten so sehr bey sichselbst, daß er sich über etwas ärgern, oder bekümmern,oder zu seyr erfreuen könnte; über Tische folgt er jaauch nnr seinem Appetit. Mehr kann man doch kaumvon dem ordentlichsten M nschen fordern.

Vom Phjlogyn weis die ganze Gegend, daß ersich selbst unv leine Gesundheit von ganzem Herzenliebt. Er nimmt kein Loch Speise ätisser den fesigesschien Srunden.zu sich. Lieber würde er alle Mar-tern des driugendüen Duistes ausst'h n, als eineneinzigen Schluck Wasser zwischen der Mahlzeit mn«ken. Die Empfindungen des Hungers und Dulste-sind nicht dre Gelegenheiten, durch welche er sichblindlings zum Essen oder zum Trinke» verleiten lässet.Eine gewisse Anzahl Älockenschläge sind der eigentlicheRuf, dem er folgt. Er kann nirgends zu Gaste gehen,wo man nicht in seinen gewöhnlichen Stunden speiset,wo man ihm dir Mund Portionen gleichsam zuwre»ger, und wo es ihm nicht erlaubt ist, seinen eigenenHaus T: unk nachbringen zu raffen. I" Ccn meistenStücken gleicht er dem phileurost. Seine FreundeHaben ihm oft scherzhafte Vorwürfe wegen seinerLebens-Art gemacht. Er bleibt unerjchrutert beydem Grundsätze, daß man in allen.Dingen eine ge-wisse Ordnung halten müsse, daß man für seine Ge-sundheit nie zu viel Sorge tragen, »nd diesen edelnSchatz nicht mü Golde erkaufen könne. — Bey per