458 Leber-Krankheiten, der Menschen und Thiere.
den war, mußte an dem Brande des Geschwüres sterben;so gefährlich ist in warmen Landern die Witterung derLust auf die Geschwüre.
Nach gemachtem Einschnitt muß der Kranke sich aufdieleidende Seite legen, damit der neu erzeugte Eiter beständigabfließen könne, und die Leber nicht anfresse und zerstöre.Ausserdem spritzt man täglich ein oder zwey Mahl ein Ka-millen-Decoct, mit Honig vermischt, behutsam ein, da-mit der Eiter verdünnet werde, und leichter heraus fließe;dabey setzt man den innerlichen Gebrauch der Fieber-Rinde fleißig fort. Die Kranken müssen eine leicht ver-dauliche und gut nährende Diät beobachten. Nach dieserMethode habe ich alle Patienten, bey denen eine Eiterungin der Leber entstand, behandelt und alle erhalten.
Diejenigen Kranken, bey welchen der Eiter seinenWeg nach innen zu nimmt, oder wo derselbe seinen Sitz inder Tiefe hat, oder sich einen Weg in die Gedärme bah-net, können schwerlich wiederhergestellet werden; undessterben solche, wenn die Leber zerfressen wird, an der.Ab»zehrung. Ich habe in dem Leichnam einer Mannsperson,die nach der Operation noch ein Jahr sich wohl befand,und endlich von einer andern Krankheit weggerafft wurde,fast den ganzen rechten Lappen der Leber dermaßen vornEiter durchgeftessen gesehen, daß wenig oder gar nichtsdavon übrig geblieben war. Man muß sich allerdingshierüber verwundern, indern der Kranke sich wohl zu be-finden schien, und keine Beschwerde empfand, die mandem Verluste eines Theiles der Leber hätte beymessenkönnen.-
Daß die Leber.'Entzündung auch in Europa alseine ursprüngliche Krankheit vorkommen könne, errsieht man aus folgender Beobachtung des Hrn. Ge.Wilkinson (*).
»Ein Schulmeister von 6; Jahren, und einer zieyrlichgesunden Leides-Beschaffenheit, bekam im Jun. 178;,einen Anfall von Frost, worauf ein Husten, schweresAthemhohlen, schwacher Auswurf, und ein starker siechen-der
(•) Im London medical Journal* P. II, p. 143 ; U»d SaMINl.ZUM «5tlu\ f. pr. Acrzre, 1 ; Th. S. ;ö;, fga.