Band 
Sieben und sechzigster Theil, von Lebens-Art bis Lederz.
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Lecker-Bissen.

feit in einem noch stärker» Lichte, indem nunmehr diemenschliche Perfectibilitätgroßentheils wesentlich darinbeschlossen liegt. In der Vereinigung dieser beydenNatur-Anlagen, des Geschmackes und der Rebe, ineinem gemein schaftlichen Werkzeuge, findet der Natur,Forscher und Anthropologe einen reichhaltigen Stoffzum Nachdenken, denich fürjeztunberührtlassenmuß,um auf die Frage: was ist lecker? zurückzukommen.

Wenn man, nach allem, was ich darüber gesagthabe, den Europäern das allgemeine EntscheidungS,Recht dennoch streitig machen wollte, so wird manch,nen wenigstens zugestehen müssen, daß nur sie von dem,was ihnen schmeckt, bestimmte Nachricht geben kön,nen. Die große Verschiedenheit des Geschmackesbey Personen von einerley Volk und Familie, scheintzwar eine jede Bestimmung von dieser Art zu verei-teln; allein, die Abstraktion, die nur von*allgemeine,ren Uebereinstimmungen ausgeht, nimmt keine Rück,.sieht auf die Ausnahmen, daher kann sie wahr imGanzen, und doch falsch im Einzelnen, seyn. DieFreßgier eines leeren Magens, der seltsame Appetitder Schwängern, und das instinctmäßige Verlangender Fieberkranken, nach Speisen die ihrem Zustandeangemessen sind, können so wenig, wie bey der Ab,Neigung gegen manche wohlschmeckende Nahrungs,Mittel, wie ich oben von Butter und Käse, Erdbee-ren, und Wein, angeführt habe, in Anschlag kommen.Wer sich an diese Idiosynkrasien kehren wollte, dermüßte auch läugnen, daß die Kaßen zahme Haus-Thiere seyn, weil es Menschen giebt, die ihre Aus,dunstung nicht ertragen können.

Nachahmung, Zwang und Gewöhnung, oderwas man insgemein Erziehung nennt, können fer,ner, so wie Mode, Eitelkeit und Besorgniß vor Krank,heiten, denGenuß gewisser Nahrungs-Mittel in all,gemeine Aufnahme bringen, ohne für ihre Leckerheit