Leda. 633
waren Pollm und Helena aus Jupiters Umarmung,Kaftor und Klytämnestra aber vom Tyndareus er-zeugt. Unstwblich waren Pollux und Helena; Karstör und Kly.'amnestra aber sterblich. In den unrten (») angefahrten Stellen, auch Pausan. I, 33. amEnde, wird aeben der Bild-Säule der Nemesis vonRhamnus, auch eine Leda, die Helenen pflegt, undmit ihr Tyndareus nebst ihren Söhnen aufgestellt,angeführt. Der hcbol. Od. 7^ 297. giebt die Ge-burt aus einem Ey ausdrücklich für eine neue Erfind-ung aus.
Ist es erlaubt auf diesen Grund zu bauen, und in dieEntstehung dieses Urythos einige Blicke zu thun, so er-kläre ich mir die Sache folgender Gestalt. Ein Dichterließ die Helena von der Nemesis, der Bestraferinndes Uebermukhes, geboren werden, weil sie die Gelegen-heit ward, den Uebermuth der Trojaner zu bestrafen. Erschilderte Jupiter«, der ihr am Eurotas, diesem Schwane-reichen Flusse, Anträge machte. Nemesis fleh in eineGans, oder, was damit einerlei) ist, in einen Schwanverstellt. Jupiter verfolgte sie als Schwan, und besiegtesie. Was wird öfter bey den ältesten Dichtern erwähnt,als die Verkleidung in Vögel, die Götter und Göttinnenannahmen; wem sind Jupiters Verkleidungen unbekannt ?Die Folge dieser Begattung von Vögeln konnte nichts an»Vers, als ei» Ey, seyn. In dem Ey dachte man sichnberdem den Begriff von Schönheit und Zartheit; wievortrefflich stimmte das mit der Vorstellung überein, dieman sich.von Helenen machte! Nemesis gebar das-selbe, und vertrauete dann daä Ey der Leda, bey welcherHelena daraus hervor kam, und alsdann erzogen wurde.Indessen hatten sich auch die Bruder der Helena, dieDioskuren, berühmt gemacht. Der Lacedamonier ver-ehrte diese seine Stamm-Helden schon, da er bey denSamothraciern ähnliche Zwillinge, die Kabiren, antraf.Er verwechselte nun seine Dioskuren mit jenen Kabiren.
Nr 5 Viel-
( 4 ) Hygin. f. 77. Munk ad ]i, 1, Aslron. II, g. Vikgl,l’ivdar, N. 10, ijo. ib, Sckol, Mld den Schol._X.ye, gg