kedrekorg, 647
ficht aus der Geschichte, unter ander», daß Hiastrar,der Schwager des Königs Rolfs, von Schweden ausmit seinem Raube und Waffen hier anlandete, und beyLeire ein großes Blutvergießen veranlaßte, woher auchdie vorgemeldelen unter der Erde gefundenen Sachen ge-komnlen. Aber genug von den Allerlyümern der Gegend;ich verfüge mich zu den Gebäuden und Ausjierungen vonjeziger Zeit.
Der Rentmeister Müller, welcher zur Zeit Chri-stians V. diese und viele andere Bauer-Güter da herumkaufte, ließ im I. 1663 bey Leire einen Herrensitz auf-bauen, welcher seitdem wieder niedergerissen wurde. Seit17g; wurde der Graf Johann Ludwig v. HolsteinBesitzer von diesen Gütern, und errichtete davon 1742eine Grafschaft, worauf er 1744 das Schloß Lechraborg,wie es jezt steht, vollendete. 1752 wurde er und seineDescendenten in den gräflichen Stand erhoben, und jeztist sein Sohn der Kammerherr und Lehns-Secretair GrafChristian v. Holstein Besitzer davon. VorbemeldeterGraf I. L. v. Holstein, tön. geh. Rath, war ein sehrgelehrter Herr, und bey dem höchstsel. König Chri-stian VI. sehr beliebt, und in Aemter-Austheilung alsPremier-Minister; auch der succedirende König setzte inihn viel Vertrauen, und es ist nicht zu zweifeln, daß inden Anstalten und Verzierungen in Lechraborg vieles vonseiner Erfindung sey.
Das Corps de logis des Schlosses ist 2<;o Ellen lang,und von 2 Etagen, ausser dem Souterrain. DieJirschriftder Frontispice fangt an und endigt sich: Perantiqui No-minis Aedem novo & ampliori — — J. L. v. H, exornavit,ac pietate erga Denm, fidelitate erga Regem sibi Posterisquejutandam dedicavit A. 1744. An dem westlichen Elide be-findet sich die Kirche, die 1747 eingeweihet wurde. DieKanzel ist über dem Altar, und die Orgel über dem Stuhlder Herrschaft. Am Plafond ist die Himmelfahrt Christivon frischer gemahlt; die Wände sind mit 16 große»und 30 kleinen Mahlereyen, biblischen Inhalts und invergoldeten Rahmen, wie ausgetäfelt, und der Boden istmit weißen und schwarzen Marmor-Fliesen belegt. Inder östlichen Lange sind wohl tapezierte Gemacher. An je-dem Ende der Haupt-Länge ist eine Orangerie, und nochdazu in selbiger Linie, eine hohe Mauer zu Spalieren.
S s 4 In