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Beiträge zur Geognosie und Bergbaukunde / verfasst von Wilhelm Schultz
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jetzigen Gestalt fast unverändert abgesetzt hat, zugleich mit den Torfmooren, derenGehalt an wohlerhaltenen Seepflanzen Herr von Buch im ersten Bande seinerReisen in d e n hohen Norden bei Gelegenheit der Bereisung der Linum er Torf-Moore und schon früher Herr von Humboldt im bergmännischen Journal von*79 2 cn/vähnt hat *). Einige Hügel, welche dieselben Torfmoore durchziehen, schei-nen Dünensand zu seyn, und das aus Titaneisensand bestehende Grundgebirgedes in Mächtigkeit und Menge an Erdpech so verschiedenen Torfmoores setztden ehemaligen Seegrund ziemlich aufser Zweifel und führt auf den Gedan-ken , dafs die hiesigen und alle übrigen Torfmoore der Mark und in Pommernvon der baltischen Sec erzeugt wurden. Entweder solche vegetirten auf Meeres-grund und bildeten sich zu Torfmooren erst nach dem Rücktritt des Meeres, odersie sind submarinischen Ursprunges und wurden uns vom Meere in ihrem jetzigenZustande überlassen bis auf die auf ihrer Oberfläche seitdem keimende Vegetation.Alle Erscheinungen dieser Art lassen aber auf eine reine Meeresbedeckung und ei-nen langen Stand der See in diesen und allen übrigen baltischen Ländern schlie-fsen. Hieraus und aus den vorhin verschiedentlich über die Bildung der Gebirge undFormationen in diesen Ländern angeführten, darf man sich aber zu folgenden An-sichten berechtigt halten; nämlich:

Als ehemals vom Meer bedeckt, sind nur die flachen Länder zu betrachten.

2) Im nördlichen Deutschland fangen sie an der Grenze der Oberlausilz uüd der

südlichen Grenze von Lüneburg anund verbreiten sich einerseits durch

*) Herr Hausmann, der in seiner Heise durch Skandinavien eine Vergleichung der jüt«ländischen und norddeutschen Torfmoore aufstellt, bemerkt das Vorkommen der Seepflan-gen im letztem ebenfalls. Er, dem die Brockenmoore sicher am besten bekannt sind, daer sich lange am Harz aufhielt und sich ununterbrochen mit geologischen Forschungenbeschäftigte, erwähnt des Vorkommens der Seepflanzen in letzterm durchaus nicht, welchejbei derselben Gelegenheit unfehlbar geschehen seyn würde, wenn das Vorkommen der Seepflan-zen auf dem flohen Harz seiner Ueberzeugung entsprochen hätte. Eben so wenig sagt HerrFreiesieben No, a. pag- 31 seiner Bemerkungen Uber den Harz, indem er nach Herrnvon Burgsdorf und Schröder die vegetabilischer. Bestandteile der Brockenmooreeinzeln anführt, etwas von dem Vorkommen der Seepflanzen daselbst. Es scheint mir da-her mehr gewifs als wahrscheinlich, dafs die Gebirgsmoore allgemein, und die Moore deram Meere belegenen Ebenen zwei v e r sch i e d e n e Formationen sind.

Eine Yiertelmcile von dem erwähnten Scheibenberger Hügel gegen Mitternacht liegt ein68 Fuf, mächtiges Torflager in der Ebene. Der Torf ist schwer und gut, je weiter nach,unten um « 0 besser. Das Torfmoor liegt auf einer Schicht Birkenholz mit wohlerhaltenerweifser Rinde, und von dem gewöhnlichen Birkenholze nur durch gröfsere Schwere ver*schieden.

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