Band 
Ein und achtzigster Theil, von Lothse bis Lustgebüsch.
Seite
93
JPEG-Download
 

Lotterie.

9Z

ten zu liegen, welche jetzt indessen vielleicht dieHauptabsiicht bey fast allen existircndcn Lotterienausmachen. Hiermit hat es folgende Bewandtnis;.

Das beträchtliche Proviso, welches allerWahrscheinlichkeit nach der Direktion der zuerstWirken Lotterie zufloß, die mit keinem Risico,sondern mit der Zuverlässigkeit, daß die erfor-derliche Anzahl von Käufern sich gewiß finden*vürde, ihre Waare*) feil boc, war ohne Zwei-gt einer der wichtigsten Beweggründe zur Nach-ahmung und Errichtung mehrerer Lotterien. Mantvard nun aufmerksamer auf das Lotteriewesen,als man es vielleicht vorher gewesen war. Fürdie feilgebotene Waare hatten sich nicht nur dienöthigen, sondern auch noch so viel Käufer ge-funden, daß man sie mit der einmahl festgesetz-ten Anzahl von Lochen bey weitem nicht zu be-friedigen vermögend war. Dieser Umstand ver-anlaßte nicht bloß eine Vermehrung der Loche,sondern gab auch Gelegenheit zu Erhöhung derEinlage und überhaupt zur gänzlichen Reformdes vorigen Loererieplans. Anfangs erschien erin einem einfachen Gewände, ohne Schmuck underkünstelte Reihe, und ohne Absicht zu gefallen.In der Folge hingegen trat er ins Publicumwie eine Buhlschwestcr, die mit ängstlich gesuch-ten Reißen und mit stark bcworfenen Wangeniwthgedruneene Anschlage auf des lüsternen Wol-lüstlings gefüllte Böcke macht.

Jeder Plan einer neuangelegten Lotterie er-sckuen in einem neuen Gewände, jeder prangtemit anlockenden Schcinvorzügen, die dem Pu-blikum bisher fremd und schimmernd genug wa-ren,

*) Die ersten Lotterien waren, wie oben bemerkt, Waa-

renlottericn.,