Manufakturen und Fabriken. -2»
angebracht ist. Deutschland hat überhaupt kei-nen Ueberfluß an baarem Gelde, das zu nützli-chen Unternehmungen angelegt werden könnte;und wenn auch einst ein Manufacturist oder Fa-brikant durch Fleiß und Ordnung in seinen Ge-schäften ein Kapital zusammen bringt, so kommtdieses nur in wenigen Fällen der Manufactur zugute, sondern die Kinder des ErwerberS betrach-ten es gemeinhin immer nur als ein Mittel,um sich ein Leben zu bereiten, das nach ihrenBegriffen sorgenfreyer und ehrenvoller ist, alsdie rühmliche Laufbahn ihres Vaters war. Soist es nicht in England. Da verläßt der Sohnseltner die Beschafftigung seines Vaters, wenndieser reich dabey geworden ist, sondern das Geldwird nach wie vor zur größeren Ausbreitung derGeschäfte und zur Vervollkommnung derselbenangelegt. In London gibt es zum Beyspiele vieleKutschenmacher, die einen erstaunlichen Holzvor-rath aller Art besitzen, an dem schon der Groß-vater sammelte. Dieses Magazin der ausgesuch-testen und durch die Lange der Zeit veredeltenMaterialien setzt sie in den Stand, Arbeiten zuliefern, die ganz Europa bewundert, und fürdie es willig sein Gold nach England schickt. InDeutschland trifft man wenige dergleichen ver-erbte Fabrik- und Manufaktur-Anstalten an.Sehr gewöhnlich pflegen die Söhne reicherHand«werkec und Manufacruristen zu studiren, um diefür ehrenvoller geachtete gelehrte Laufbahn zu be-treten. Da sie aber des eignen Vermögens we-gen sich nicht anstrengen zu dürfen glau-ben, so ist eö leider nur zu oft der Fall, daßsie sonst nichts lernen, als die Kunst, ihr väter-liches Erbthcil unter die Leute zu bringen, wo-bey die vom Vater gemachten Anlagen und Ein-
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