Band 
Vier und achtzigster Theil, von Mantel bis Marmorwaaren.
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595
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Marktschreyir. 595

Diese herumziehenden Betrüger machen esauch gröber. Denn sie nehmen jeute in dieCur, bitten sich aber im voraus die Hälfte vomArztlohn ooer der Arzeney aus, oder legen sich beyeinem wichtigen aber einfä tigert Patienten vier,fünf Wochen hin, und lassen sich bestens bewir-then; dann wenn es nicht besser werden will,Und kann es bey einem solchen Ignorant. 1, ? wis-sen sie die Schuld auf tausenderlei) Gelegcnheics-Ursachen, als Ungeduld des Patienten, Diätfeh-ler und dergleichen zu schieben, verordnen aufsNeue etwas, und geben vor, zu einem andernPatienten reisen zu müssen, und dann sind sieempfohlen, oder andere gehen fort ohne weiternöthig zu finden, Abschied zu nehmen.

Geben sie nun ja dem armen blinden Volketwas, so sind eö entweder höchst draüische Din-ge, wodurch eine noch maßiGesundheit ent-weder zerrüttet, oder ganz zerstört wird. Odersind sie doch noch etwas gewissenhafter, so gebensie etwa ein gefärbtes Pülverchen von sigiliaroder bolar Erde, Kreide u. d. gl. oder ein we-nig gefärbten Branntwein , oder ein gebranntesWasser, wodurch sie versprechen, alle nur vor-fallende Krankheiten zu heilen.

Damit sie ihre Waare los werden, machensie den reuten viel koucs Zeug weist, wovon manunglaubliche Dinge erzählen könnte. Za sie man-chen an sich selost mancherley Gaukeleyen, damitsie als wuiideldar erscheinen, und den Leuken de-sto eher etwas einbilden können. Sie stechenNadeln ein, verschlucken o-ennende Materie unsGift, wo sie sich aber schon durch mancherleygesichert haben, daß es ihnen nicht schaden kann.(S. im Arr. Gift, Lh. 18, S. 459.)

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