78 Mühle.
4. Eine Roßmehlmähle nach HerrnClaußen's Entwürfe *).
Bey dem Mehlstein einer Roßmehlmühlekommt es nicht auf einen so bestimmten Lauf an,wie bey einem Pellstein, wenn nur Kraft genugvorhanden, ihn zu treiben. Zwar kann ein Mehl-stein mehr mahlen, wenn er in z Sekunden 4mahl,als wenn in 4 Sekunden nur zmahl umläuft;aber in beyden Fällen kann doch Mehl auf ihmgemahlen werden; dahingegen kann ein Pellstein,sobald er nicht seinen bestimmten Lauf erhält, dasKorn bey der Kante nicht halten und folglich auchdie gehörige Wirkung nicht thun.
Je öfter ein Stein in der Zeit umlaufenmuß, in welcher der Hebel der Kraft umgemebenwird, desto schwerer geht eine Roßmühle, weil so-dann der kürzeste Theil des Hebels der Kraft, wo-bey die Pferde umziehen, noch kürzer gemacht wer-den muß.
Zu einer Mühle, die von Pferden gezogenwird, welche ihren kleinen Zirkel nur langsam ^um-gehen, und daher immer bey dem kürzesten Theildes Hebels der Kraft eingespannt werden müssen,um den Mählenstein in seinen gehörigen Lauf zubringen, ist große Krqft erforderlich, um sie zutreiben. Aus dieser Ursache hat Claußen denlangsamsten Umlauf der Mehl- und Brechsteinefür Roßmühlen bestimmt, bey welchem noch gutMehl Und Grütze gemahlen, werden kann, und da-mit auch nach obigen Gründen nicht mehr Kraft,als nöthig, auf die bloße Bewegung des Steins,sondern auf das Kornmahlen selbst verwandt werde.
> Matt sehe Claußen's praktische Wweiftn- jum Mihkk«,»«»,. S. 4z.