Mumie.
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Bey der wohlfeilsten Leichenbestattung ist, wieschon Herodotus angibt, und wie man noch anmanchen Mumien offenbar sieht, gar kein Harz ge-braucht, sondern der Körper bloß in Laugenialz ge-legt, und denn in Binden gewickelt worden. DieseArt von Behandlung kann nicht hoch gekommen seyn,wohl schwerlich höher als bey uns die Legräbniß-kosten eines armen Mannes — die jura ttolss miteingerechnet. Daher ich allerdings glaube, daß dieMumienbereitung wenigstens bey den ältesten Aegyp-tiern ganz allgemein gewesen, und sich auch aufs ge-meine Volk erstreckt habe. Die Alten sagen durch«gehends, daß ein Aegyptier mehr für seine dermal-einstige Leichenbestattung als für die Bedürfnisse sei-nes Lebens besorgt sey: und bey der angehendenVorstellung von Seelenwanderung, und künftigerWiederkehr der Dinge, wäre es das traurigste füreinen armen Aegyptier gewesen, wenn er sich dieHoffnung benommen gesehen hätte, daß seine Seeledereinst ihre vorige Wohnung wohlbehalten wiedervorfinden und von neuem beziehen könnte. Auch diezahllose Menge der Mumien nur allein in den sehrwenigen Gräbern, die bis jetzt durchkrochen sind,begünstigt diese Vermuthung, und widerlegt zugleich. das Vorgeben, daß die Juden in Alexandrien »ochjetzt Mumien nachmachten, und die mehresten nach >Europa geschickten von ihrer Fabrik wären. Beydem sehr mäßigen Preise, in dem die Mumien inAegypten stehen, wären die Juden, nur allein dieunermeßlich vielen Binden gerechnet, sehr zu kurz ge-kommen; hätten wenigstens ungleich wohlfeiler, ächteMumien aufkaufen können. Von Bruchstücken fürMaterialisten, kostete zu Wanslebs Zeiten derCenti'.er nur 2 Löwenthaler. Eine ganze Mumieums Jahr tüio da Georg Sandys Aegyptendurchreiste, 4 Thaler; und noch vor 40 Jahren, wieCarl Perry dort war die schönste »Mumie 8 bislo Zechinen. Zudem ist nie so viel Nachfrage nach^ Mumien gewesen, daß es sich des Betrugs verlohnthärte. Als Arzney sind sie Gottlob nie in Quanti.tät gegessen worden: und die Seltenheit der gan-zen Mumien in Europa rührt, wie auch Hr. Nie-buhr angemerkt hat, nicht so sehr von der Schwie-rigkeit, sie aus Aegypten an Brod zu bringen, als
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