Lo6 Park.
angebracht ist, hat man eine Erdzunge oder Halbin-sel vor sirv, welche durch die Verbindung eines an-dern Wassers, da- in jetzt gedachtes Wasser läuft,entsteht, und mit hichen vortrefflichen Eichen besetztist. Eine in der Mitte stehende Urne ladet denWanderer ein, näher zu kommen, um sie zu betrach-ten. Man wird sowohl durch das Feierliche, wel-ches rings umher herrscht, als durch den Gegen-stand selbst, der sich vortrefflich zu der ruhigen ein-samen Gegend schickt, gerührt. Vielleicht ist nie et-was glücklicher nach dem erforderlichen Charakterausgeführt worden. Die Urne selbst ist dem ver-strrbenen Dichter der Leasowes gewidmet, und trägtdie Inschrift:
„Dem Andenken des Ritters William Shen-„stone, in dessen Poesien die natürlichen Schön-heiten und in dessen Sitten die liebenswürdige„Simplicität beS Schäferaedichtes mit der sanften„Zärtlichkeit der Elegie verbunden war."
Hier zeigt sich die vorher schon gedachte Vertiefung,welche von den Clentischen Hügeln bis in das ffnste-rc Thal hinabgeht, in ihrem natürlichen Zustande,und obgleich der Geschmack sich hier nicht in Kas-kaden, Grotten und Wasser zeigt, so macht er dochweit stärker« Eindruck, indem er gleichsam alle Kunstverwirft und die Natur ohne den geringsten Zwangarbeiten läßt. Der Contrast ist vortrefflich und derneue Anblick, welchen man durch muntere belaubteGänge gegangen, verräth den mit Beurtheilung ver-knüpften Geschmack des Anlegers. Was kann mansich mehr wünschen, als wenn das Auge die ange-nehmsten Aussichten hat, wenn das Ohr unaufhör-lich mit der lieblichsten Harmonie der Vögel erquicktwird, wenn einem unter dem angenehmsten Schat-ten nichts fehlt, das die Empfindung der Glückse-ligkeit unterbrechen könnte? Zuweilen entwischt demAuge gleichsam ein Blick durch eine Durchsicht aufeine wohl angelegte Aue, vorzüglich von einer, ei-ne alte Eiche umgebenden Bank, wo sich die Ro-tunde in einer ganz neuen kage auf einem grünenHügel mit vortrefflichen Gruppen von Bäumew dar-stellt; ausserdem ist alles einsam und ohne alle Aus-sicht.
Auf diese Art wird man abwechselnd unterhal-ten, indem der Weg längs der Vertiefung fortgeht,
bis