Band 
Hundert und zehnter Theil, welcher den Artikel Pferd enthält.
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28 Pferd.

gen von den arabischen Pferden unterhalten,wovon wir nur das Merkwürdigste hier in ei«nein Auszuge beyfügen wollen.

Der armseligste unter den Arabern halt sei«ne Pferde. Gemeiniglich nehmen sie zu ihrenReitpferden lauter Stuten, weil sie durch Er-fahrungen belehret worden, daß diese weit fähi-ger, als die Hengste sind, Hunger, Durst undStrapazen auszuhalten Sie haben überhauptweniger Fehlerhaftes, mehr Sanfrmüthiges undnicht so viel Neigung,zum Wiehern, als die Hengste.Sie gewöhnen diese Thiere zu einer lolchenEintracht, baß ganze Heerden, zuweilen Tagelang, ihrer eignen Willkühr überlassen, zusam»men seyn können, ohne nach einander zu schla-gen, oder sich irgend etwas zuwider zu thun.Da nun die Türken sich mehr um Hengste be-mühen, so verkaufen ihnen die Araber alle die-jenigen, welche sie nicht als Zuchthengste nöthighaben Sie wenden von langen Zeiten her un-glaubliche Sorgfalt an, die Arten ihrer Pferdezu erhalten. Sie kennen ihre Abkömmlinge,ihre Vcrwandschaften und ganzes Geschlechtsre-gister. Sie bezeichnen jede Art mit einem be-sondern Nahmen und machen drey Klassen ausdenselben. Zur ersten gehören die cdlcn Pferde,die sich von beyden Seiten in einer unvermisch-ten, reinen Art erhalten und sich eines altenHerkommens zu rühmen haben. Zn die zw.ntebringen sie diejenigen, welche zwar alte guteVorahnen zahlen, aber ihr altes Geschlechtdurch eine Vermischung mit Stuten von uned-lerer Art entehreten. Zur dritten rechnen siealles, waö man den Pöbel von Pferden zu nen-nen pfleget, oder alle Pferde, die nicht von Fa-milie sind. Die letzten, verschleudern sie für ei-nen