Band 
Hundert und zehnter Theil, welcher den Artikel Pferd enthält.
Seite
156
JPEG-Download
 

i;6 Pferd.

seine Milchzähne mit den Zangen verwechselt hat:so ist es ganz gewiß über zwey und ein halb Jahr,ober noch nicht z und ein halb Jahr, und also z-jährig. Da die mehrcsten Füllen im. Frühjahre fal-len, so werden die Zähne im Herbste verwechselt;man kann also von einem solchen Pferde im Früh-jahre mit Gewißheit sagen: b ist es zjährig sey. Da-bey kommt es freylich nicht auf ein paar Monathean. Hat das Füllen auch bereits den zweyten Schubgethan Fig. 6428. L. und die Vorschiebet mit denMittclzähncn verwechselt; so muß es nothwendigüber Z und ein halb Jahr alt seyn, aber noch nicht4 und ein halb Jahr. Im Frühjahre kann manvon solchem Pferde mit Gewißheit sagen, baß esvierjährig sey, um so mehr wenn die Haken durch-brechen. Sind endlich auch die Eckzahne fort, unddie Haken Fig. 6428. v. so ist irn Frühjahre 5-jähcig wenn nähmlich nicht andere Umstände, die inden folgenden H§. angezeigt werden, ein höheres Al-ter bemerklich machen. Die Haken werden auchHundszähne genannt, weil sie die Form der -Hunds-zähne haben Von einigen werden sie auch Lron»z.U)ie genannt, welcher Ausdruck aber nicht sehrgewöhnlich ist. Deren Ankunft ist der Regel nach,mit dem vierten Jahre; allein die Erfahrung lehretuns. daß sie sich an diese Zeit gar nicht binden. Ichhabe junge Pferde gehabt, welche mit 4 Jahren, an-dere mit 4 und ein viertel Jahren, und noch andere,die erst mit 4 und drey viertel Jahren die Hakenschoben. Die untersten zeigen sich allemahl früherwie die obersten, und es können oft verschiedeneMonathe Zeit dazwischen verlaufen. Der Schub derHaken sowchl als der Eckzähne, ist den jungen Pfer-den gefährlich, wie sie denn nicht selten sehr krankdavon werden, auch an den Augen Noth leiden, diezu Zeiten so trübe dabey werden, als wenn sich eineHaut über selbige herzöge; welches aber nach demDurchbruch der Haken wieder verschwindet, wennman das Thier zu solcher Zeit schonet, und wohlunterhält. Zu Zeiten aber gehet ein Auge fort,oder auch wohl gar beyde.

5. Alle neu geschobenen Zähne heißen Pferde-zähne, endige» die Füllcnschasl, und bringen einFüllen dahin, daß es nunmehr ein Pferd müsse ge-nannt werden. Diese Pferdcjähne unterscheiden sich

von